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Stockenten als Vogelgrippe-Wächter

10-08-2006 - Bundesweites Vorwarnsystem mit zahmen Enten startet am Bodensee Immer noch sind bei der Vogelgrippe die konkreten Übertragungswege zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel weitgehend unbekannt. Klar ist, dass die Krankheit bei bestimmten Arten schnell ausbricht, andere wiederum zwar das Virus in sich tragen, aber nicht daran erkranken. Ob einige der nun bald wieder aus dem Norden und Nordosten zu uns und über uns hinweg ziehenden Vögel Vogelgrippeviren mitbringen werden, weiß man ebenfalls nicht.

Gesundheitsexperten und Vogelforscher jedenfalls wollen auf Nummer sicher gehen und werden deshalb ab September unter anderem ein Vorwarnsystem aufbauen, bei dem zahme Stockenten als so genannte Wächtertiere zum Einsatz kommen. So wird das bundeseigene Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Ornithologie am Bodensee ein kleines, nach oben offenes Gehege mit einer Gruppe von zehn Enten einrichten. Mit Futter sollen dann Wildenten angelockt werden, damit diese mit den zahmen Enten in Kontakt kommen. Diese wiederum werden regelmäßig auf Krankheitserreger untersucht werden. Die Stockenten werden auf einem Uferareal unter möglichst natürlichen Bedingungen leben. Der genaue Ort soll geheim bleiben, um Störungen des Projekts durch Neugierige zu verhindern.

Der Bodensee wurde gewählt, weil dort hunderttausende Wasservögel auf dem Zug rasten und auch überwintern. Anfang 2006 war der Bodensee zweiter Vogelgrippe-Schwerpunkt nach der Insel Rügen samt der Ostseeküste. Weitere Entengehege sollen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg entstehen.

Unterdessen investiert der Bund kräftig in die Seuchenforschung. Das FLI auf der Ostseeinsel Riems wird stark ausgebaut, für insgesamt 150 Millionen Euro werden unter anderem neue Hochsicherheitslabore und Stallgebäude gebaut. Neben der Vogelgrippe forscht das FLI unter anderem auch zur Maul- und Klauenseuche und zum Rinderwahn. Gleichzeitig werden die bisherigen Außenstellen Tübingen und Wusterhausen geschlossen, so dass am FLI-Standort Riems künftig 400 Menschen arbeiten.



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