Bei der Winterfütterung von Vögeln kann man viel lernen
18-11-2010 - Ein Bericht von Priv.-Doz. Martin Kraft, Marburg
Tipps zur richtigen Fütterung von Vögeln im Winter
Der Vogelzug nähert sich allmählich dem Ende. Millionen von Vögeln sind in den Mittelmeerraum oder nach Afrika gezogen, um dort zu überwintern. Aber nicht alle Vögel wandern im Winter in wärmere Gefilde: Im Zuge des globalen Klimawandels bleiben sogar immer mehr Vögel, die noch vor wenigen Jahrzehnten mindestens bis ans Mittelmeer flogen, bei uns. Dazu zählen vor allem Kiebitze, Ringeltauben, Feldlerchen, Bachstelzen, Hausrotschwänze, Mönchsgrasmücken, Zilpzalpe, Stare, Saatkrähen und Rohrammern. Einige davon könnten wir auch an gut bestückten Futterplätzen erwarten.
Bei der Winterfütterung von Vögeln kann man viel über die Vögel lernen. Da sind die allbekannten wie Rotkehlchen, Amseln, Wacholderdrosseln, die Meisen und einige Finkenvögel, aber eben auch jene, die inzwischen vermehrt in Mittel- und Westeuropa bleiben. So müssen wir uns nicht wundern, wenn plötzlich ein ganzer Starenschwarm, ein schlicht gefärbter Hausrotschwanz oder gar eine Mönchsgrasmücke am Futterhaus erscheint. In diesem Winter gibt es zudem mal wieder eine Besonderheit, denn es fliegen die wunderschönen Seidenschwänze und die nicht minder bunt gefärbten „Tröter-Gimpel“ ein. Beide Arten kommen aus dem hohen Norden Skandinaviens und Russlands und erscheinen bei uns nur, wenn es im Norden kaum Nahrung gibt. Zu deren Lieblingsnahrung zählen Beeren aller Art. Diese finden Sie auch in bestimmten Fettfuttermischungen von „VIVARA“. Das ist auch der Grund, warum wir schon jetzt mit der Winterfütterung beginnen sollten und nicht warten müssen, bis Frost und Schnee Einzug halten.
Einige dieser nordischen Arten ziehen noch weiter gen Süden, aber vorher müssen sie ordentlich „auftanken“. Deshalb sollten wir besonders darauf achten, dass unser dargebotenes Futter genügend Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate in einem ausgewogenen Verhältnis enthält. Die unterschiedlichen Arten suchen sich dann das Futter aus, was ihnen am besten schmeckt: Amseln, Rotkehlchen und Goldammern fressen sehr gerne Haferflocken oder auch Streufutter, am liebsten am Boden. Unsere Meisen und einige Finken wie Stieglitz und Erlenzeisig hängen gerne an Futterknödeln, - bällen und an Futterautomaten, während sich Wacholderdrosseln an faulen Äpfeln gütlich tun. Immer herrscht ein reges Treiben an den Futterstellen und manchmal macht sich das ein Jäger wie der Sperber zunutze. Urplötzlich fliegen dann alle Vögel auf und verschwinden in der nächsten Hecke, aber manchmal ergreift der Sperber einen Kleinvogel.
Dies und mehr können wir direkt vor unseren Fenstern und im Garten beobachten und dabei die einzelnen Arten kennen lernen. So sehen wir auch, dass es bei uns zwei Arten von Sperlingen gibt, nämlich den Haussperling, bei dem Männchen und Weibchen unterschiedlich aussehen, und den kleineren Feldsperling, bei dem sich beide Geschlechter gleichen. Diese beiden Spatzenarten sind in einigen Bereichen Mitteleuropas sehr stark zurückgegangen, sodass wir uns immer freuen sollten, wenn diese kleinen und oft sehr frechen Vögel am Futterhaus erscheinen. Grundsätzlich müssen die Futterhäuschen immer mal wieder gereinigt werden, wobei regelmäßiges – aber gründliches – Ausfegen reicht, damit sich keine Krankheitserreger bilden können. Füttern kann man bis ins Frühjahr hinein und wer will, auch das ganze Jahr über!
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