Rotkehlchen – Fünf Dinge, die Sie noch nicht wussten…oder doch?

Das Rotkehlchen ist einer der bekanntesten und beliebtesten Vögel Deutschlands. Ob aufgrund der leuchtend rostroten Federfärbung oder der neugierigen, zutraulichen Art – das Rotkehlchen hat definitiv etwas Besonderes.In vielen Gärten Deutschlands lässt sich das Rotkehlchen regelmäßig beobachten, vor allem, wenn dort geeignetes Futter und Nistmöglichkeiten vorzufinden sind. Aber bestimmt gibt es noch die eine oder andere Sache, die Sie noch nicht über den beliebten Gartenvogel wissen.

Keine Drossel, sondern ein Fliegenschnäpper

Das Rotkehlchen gehört zur Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae), welche sich aus einer großen Anzahl kleiner, insektenfressender Vögel zusammensetzt und weltweit auffindbar ist. Traditionell wurde das Rotkehlchen als Verwandtschaft der Drosseln eingeordnet, wird aber seit einer Umstellung der Vogelfamilien als Teil der Fliegenschnäpper angesehen.

Hartnäckig territorial

Mit seiner roten Brust und neugierigem Ausdruck erweckt das Rotkehlchen einen lieblich-niedlichen Eindruck. Lassen Sie sich jedoch nicht von dem Äußeren täuschen: Rotkehlchen sind kämpferisch territorial und gehen aggressiv gegen territoriale Eindringlinge vor. Es besteht die Idee, dass die rote Brust damit in Zusammenhang stehen könnte, in der Hinsicht, dass die leuchtend rote Farbe dazu diesen soll, Rivalen einzuschüchtern oder abzuschrecken. Diese Territorialität bringt das Rotkehlchen des Öfteren in Konflikte mit anderen Vogelarten und es kommt nicht selten vor, dass aggressives Verhalten gegenüber kleinerer Vögel (Sperlinge, kleine Meisenarten) beobachtet werden können. Dies steht ganz im Gegensatz zu dem Verhalten, welches Rotkehlchen bei Menschen an den Tag legen – sie wirken oftmals zutraulich und fressen uns manchmal wortwörtlich „aus der Hand“.

Urbane Anpassungen

Das Rotkehlchen ist kein nachtaktiver Vogel, doch das Leben in urbanen Gegenden hat dies in gewissem Masse verändert. In manchen Orten und Städten kommt es nun durchaus häufiger vor, dass man in den Abendstunden den Gesang von Rotkehlchen vernehmen kann – etwas, dass in ländlicheren Gegenden eher selten vorkommt. Es gibt mehrere Theorien, die versuchen, diese Wandlung zu erklären. Manche glauben daran, dass die künstlichen Lichter der städtischen Gegenden das Tagempfinden ändern und so dafür sorgen, dass die Rotkelchen auch in den Abendstunden singen. Eine andere Theorie besagt, dass dies auch daran liegen kann, dass der Lärm durch Verkehr und Menschen am Abend abnimmt, sodass die Kommunikation zwischen den Vögeln zu dieser Zeit besser verlaufen kann.

Das Rotkehlchen in der Folklore

Das Rotkehlchen ist ein wiederkehrender Charakter in internationaler Folklore. Eine der bekanntesten Erscheinungsformen, die stets noch Einfluss hat, steht im Zusammenhang mit Weihnachten. Im viktorianischen England wurden beispielsweise die Postboten mit dem Spitznamen „Robins“(Rotkehlchen) versehen, da ihre Uniform in Rot gehalten war. Die Menschen warteten auch schon damals sehnlichst auf ihre Weihnachtspost und das Rotkelchen wurde schnell zum Symbol der Feiertage. So ziert es zahlreiche englische Weihnachtskarten, taucht jedoch auch immer häufiger auf deutschen Weihnachtskarten auf. Andere kulturelle Nennungen des Rotkehlchen gehen noch weiter zurück als das viktorianische England. In der nordischen Mythologie wurde das Rotkehlchen mit dem Gott Thor assoziiert; in Christuslegenden hingegen wird berichtet, dass das Rotkehlchen seine rote Farbe dadurch erhielt, dass es in Kontakt mit dem Blut Jesu gekommen war, als es ihm am Kreuz zur Seit stand. In alten germanischen und keltischen Legenden galt es als Überbringer der Sonne.

Eine grosse Familie

Das Rotkehlchen, das wir kennen und lieben, ist wissenschaftlich als das europäische Rotkehlchen bekannt und kann bis ins westliche Sibirien und Nordafrika beobachtet werden. Jedoch gibt es auf der ganzen Welt noch weitere Rotkehlchenarten, wie der Sternrötel in südafrikanischen Gegenden und die an Elstern erinnernde Dajaldrossel in Asien und Afrika. Es gibt auch ein amerikanisches Rotkehlchen, welches zu den Drosseln gehört; es weist zwar die rote Brustfärbung auf, erinnert proportionstechnisch aber eher an eine Amsel.

Haben Sie alles gewusst?

Möchten Sie Rotkehlchen in Ihrem Garten unterstützen, so empfehlen wir nicht allzu hoch angebrachte Futterstellen mit kalorienreicher Saat oder Fettfutter sowie einen gut platzierten, halboffenen Nistkasten. Nistkästen für Rotkehlchen benötigen eine geringe Aufhängehöhe (bis 1,5 m) in dichter Bepflanzung oder unter Dachrändern und sollten nicht in Richtung der Wetterseite (Süd-Westen) hängen. Eine wind-, regen- und sonnengeschützte Stelle ist in jedem Fall ratsam.

 

Zum Futter für Rotkehlchen

Zu geeigneten Nistkästen für Rotkehlchen

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