Futtersystem mit Schutzkäfig – nur kleine Vogelarten füttern!

Ein Bericht von Prof. Dr. Martin Kraft

Futtersystem mit Schutzkäfig – nur kleine Vogelarten füttern!

Bei mir gibt es drei Gründe, die mich zum professionellen Ornithologen werden ließen:

1. Wir wohnten am südlichen Rand in Niederwalgern (Mittelhessen) mit Feldern, Hecken, Hohlwegen und Streuobstwiesen in der näheren Umgebung. Auch ein wunderschöner Eichen-Buchen-Mischwald war nicht weit. Das führte dazu, dass ich ständig im Gelände war und somit meinen Eltern kaum Probleme bereitete, weil ich frei wie ein Vogel war und zuhause keinen Unfug anstellen konnte. Neben beinahe allem Getier begeisterten mich vor allem die Vögel, die ich besonders intensiv beobachtete. Kranke und verletzte Vögel schleppte ich mit nach Hause und pflegte sie, Jungvögel zog ich groß.

2. Mit nicht mal 3 Jahren schenkte mir mein Opa ein Paar Pfauentauben und mit etwa 5 Jahren schenkte mir ein netter Nachbar zunächst nur ein Zwerghuhn, später dann ein Pärchen. Das waren „Deutsche Federfüße“ mit aufrechtem Kamm, mit denen ich auch Ausstellungen bestritt und Preise gewann! Dadurch bekam ich auch einen engen Bezug zu Hausgeflügel.

3. Jeden Winter fütterte ich Vögel und platzierte das von meinem Vater gebaute Vogelhäuschen direkt vor eines der Wohnzimmerfenster. Von dort aus konnte ich im mit dem Ofen kuschelig warm gehaltenen Wohnzimmer ganz nah Vögel beobachten. Ich fertigte auch Zeichnungen an und beobachtete alles genau. Es ärgerte mich aber immer, wenn Eichelhäher oder manchmal auch Elstern kamen und den Kleinvögeln keine Chance mehr zum Fressen ließen. Auch Amseln und Wacholderdrosseln vertrieben die kleineren Arten. Damals hatte ich keine Idee, wie ich den kleinen Vogelarten helfen könnte? Allerdings klopfte ich manchmal ans Fenster, um die großen Arten zu vertreiben. Später fing ich auch Vögel an verschiedenen Futterplätzen und setzte sie einfach in meine Volieren, die aber groß und geräumig waren, sodass sich manch eine Art neben all den Exoten auch fortpflanzte.

Dass mich alle diese frühen Begegnungen mit Vögeln mal zu einem professionellen Ornithologen machen sollten, ahnte ich damals nicht mal ansatzweise. Mein Hang zum Vogelfüttern war aber ungebrochen. Das führte dazu, dass ich schließlich im Rahmen späterer Forschungen an der Philipps-Universität Marburg beinahe ausschließlich über die Auswirkungen ganzjähriger Vogelfütterungen auf Verhalten, Ökologie und Brutbiologie bei frei lebenden Vögeln arbeitete. Das ist auch heute noch so. Die ganzjährigen Futterstellen befinden sich aber nicht mehr auf den Marburger Lahnbergen, sondern an den Martinsweihern bei Niederwalgern. Neben drei verschiedenen Vogelhäuschen habe ich dort auch verschiedene Automaten aufgehängt. Sehr gut haben sich verschiedene Futtersysteme mit Schutzkäfig von VIVARA bewährt, denn an den Martinsweihern fliegen manche großen Arten in die Futterhäuschen hinein und putzen im Nu alles weg. Stare hängen an den im Ring befindlichen Meisenknödeln oder an den Energiekuchen. Zu den großen und mittelgroßen Arten zählen Graugans, Hausgans, Nilgans, Stockente, Krickente, Bläss- und Teichhuhn, Rebhuhn, Ringel- und Hohltaube, Grünspecht, Grauspecht, Buntspecht, Kolkrabe, Rabenkrähe, Elster, Eichelhäher, Wacholderdrossel, Amsel, Sing- und Rotdrossel und Star. Diese Arten verzehren einen Großteil des ausgelegten Futters. Die Futtersysteme mit Schutzkäfig ziehen aber auch eine Menge Arten an, die dort ungehindert fressen können. Dazu zählen alle Meisenarten, Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Feldsperling, Buch-, Berg- und Grünfink, Birken- und Erlenzeisig, Bluthänfling, Stieglitz, Gimpel, Kernbeißer, Gold- und Rohrammer. Mich freut das besonders, denn so hält das angebotene Futter doch deutlich länger und es ist gegen größere Vogelarten, aber auch gegen Waschbären, Eichhörnchen und andere Säugetiere gut geschützt. Aus meiner Sicht sind diese Futtersysteme mit Schutzkäfig sehr nützlich und gut und damit empfehlenswert!

Prof. Dr. Martin Kraft 


 

Vivara Futtersysteme mit Schutzkäfig