Der Star - Vogel des Jahres 2018

Star auf Energiekuchen

Der NABU und der LBV sowie BirdLife Österreich haben als den „Vogel des Jahres 2018“ den Star gewählt. Der Star ist vielen als Imitationskünstler und als Flugkünstler bekannt - Letzteres lässt sich gut anhand der grossen, kunstvoll in Formation fliegenden Starenschwärme beobachten. Der Bestand des Stars ist aufgrund von Nahrungs- und Brutplatzmangel in den letzten Jahrzenten stark zurückgegangen, so dass er inzwischen auf der Roten Liste steht. Mehr zu der Wahl des Stares als „Vogel des Jahres 2018“ können Sie auf der Website des NABU lesen - klicken Sie hier 

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Zu geeignetem Futter für Stare

Zu Nistkästen für Stare

 

FAKTEN ZUM STAR

Grösse: Länge 21 cm, Spannweite 37-42 cm

Gewicht: 75-90 g

Habitat: Überall dort, wo geeignete Baumhöhlen oder anderweitige Brutplätze, wie Nistkästen vorhanden sind. 

Nest: Der Star ist ein Höhlenbrüter, der neben Baumhöhlen auch von alten Nestern und Nistkästen Gebrauch macht. Er fertigt ein ovales Basisnest aus Zweigen, Stroh und Heu an.

Jungen: Jährlich ein Gelege von fünf bis sechs bläulichen Eiern. Brutzeit ist ca. Mitte April.

Nahrung:  Stare sind nicht wählerisch und fressen verschiedene Arten Futter. Für die Jungen sammeln sie primär Insekten.

Verhalten & Gesang

Faszinierender Starenzug

Es gibt unterschiedliche Theorien, die versuchen zu erklären, warum der winterliche Starenflug in so grossen Gruppen vollzogen wird. Ein ähnliches Gruppenverhalten ist bei vielen Vogelarten vorhanden, vor allem in den Wintermonaten – der Grund ist, dass so mehr Wärme produziert wird und geteilt werden kann, genauso wie das Wissen um ertragreiche Nahrungsquellen etc. Auch Fressfeinde, wie Wanderfalken, könnten von einer grösseren Gruppe besser umgangen werden – die Vögel haben in der Gruppe mehr Kraft und auch der Fressfeind könnte bei der Auswahl des Opfers von der grossen Anzahl überfordert sein.  

Erstaunlich gute Nachahmer

Stare sind laute Vögel – und nicht an ihr eigenes Lied gebunden! Diese Vogelart hat ein Talent der Nachahmung und kann die Laute andere Vögel kopieren; selbst menschliche Laute können reproduziert werden. Warum Stare dies tun, ist weitgehend unbekannt. Der Vogelgesang spielt eine wichtige Rolle im Balzverhalten – vielleicht wirken aussergewöhnliche Gesänge und eine aussergewöhnlich grosse Vielfalt an Lauten attraktiver auf den potenziellen Partner? Dieses Talent sorgte dafür, dass Stare oftmals wegen ihres Gesangtalents als Haustier gehalten wurden; selbst Mozart hielt sich einen Star als Haustier, welcher einen Teil des Klavierkonzerts Nr. 17 in G-Dur singen konnte und den Komponisten drei Jahre lang begleitet hat.

Mehr lesen: Bericht zu Mozart und seinem Star hier klicken

Überlebenskampf

Während die Starenschwärme bei ihrem Vogelzug den Eindruck erwecken, dass diese Vogelart im Überfluss vorhanden ist und viele Herausforderungen angehen kann, ist dies nicht immer so. Auch wenn der Star heutzutage eine der häufigsten Vogelarten und ein in Deutschland sehr bekannter Vogel ist, wurde in der Vergangenheit (seit Mitte 60er Jahre) ein Rückgang der Population in Nordwest- und Nordeuropa festgestellt. Der Grund waren zumeist Veränderungen in der Bebauung und Landwirtschaft. Pestizide sorgen zum Beispiel dafür, dass weniger Insekten als Nahrung zur Verfügung stehen, intensivere Bebauung verringert sowohl Nahrungsquellen als auch sichere Brutplätze – nicht nur für die Stare, sondern auch für andere Vogelarten.

Wie können Sie helfen?

Sie können Staren mit geeignetem Vogelfutter eine weitere Nahrungsquelle in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon bieten.  Sowohl Insekten, wie z.B. Mehlwürmer, als auch Fettfutter (Energiekuchen, Energieblöcke, Meisenknödel o.ä.) wird von dieser Vogelart gut angenommen. Lebendfutter in Form von Insekten ist besonders im Frühjahr wichtig, da diese von den adulten Vögeln an die Jungen verfüttert werden.  Achten Sie darauf, dass Stare auch in kleineren Gruppen in die Gärten kommen – eine einzelne, kleine Futterstelle reicht ggf. nicht aus und muss bei grösserem Andrang erweitert werden, um Streit zu vermeiden. Sorgen Sie auch dafür, dass das Futter für grössere Vögel, wie die Stare es sind, gut zugänglich ist. 

Zu geeignetem Futter für Stare

Des Weiteren können Sie mit speziellen Nistkästen dafür sorgen, dass die Stare bei Ihnen einen sicheren Brutplatz finden, welcher ihren Ansprüchen gerecht wird und ausreichend Schutz bietet. Für Stare muss die Einflugöffnung grösser sein als beispielsweise für Kohlmeise und Co., nämlich 45 mm Durchmesser. Bringen Sie den Nistkasten zwei bis drei Meter hoch an einer Wand, einem Pfahl oder Baum an.
Die Brutsaison der Stare geht von April bis Juni – wenn Sie Glück haben, brüten die Stare in dieser Zeit zwei Mal. Das Männchen sucht den Nistplatz und das Weibchen begleitet es, um das Nest mit Feder und Moos einzurichten – es ist also nicht nötig, Material in den Nistkasten zu legen.

 Zu Nistkästen für Stare


 

Bericht von Prof. Dr. Martin Kraft zum Vogel des Jahres 2018 - klicken Sie > hier <