Vögel füttern im Winter

Rotkehlchen

Helfen mit fetter Energie

Wenn die Tage kürzer und kälter werden, verbringen Gartenvögel immer mehr Zeit damit, nach Nahrung mit einem hohen Energiewert zu suchen. Im Herbst und Winter ist der Bedarf an kalorienreicher Nahrung besonders groß. Das sich genommene Fett wird tagsüber nämlich gespeichert. So haben die Vögel während der langen und kalten Nacht ausreichend Fettreserven, um warm zu bleiben. In kalten Nächten verlieren Vögel einiges an Gewicht, denn Warmhalten kostet natürlich Energie. Deshalb suchen sie an kalten Tagen nach einem fetten Snack, um wieder Energie zu tanken.

Energieboost

Energiereiche Nahrung wie Sonnenblumenkerne helfen vielen Vogelarten durch das Jahr, doch wenn es draußen richtig kalt wird, brauchen Gartenvögel nur eines und das ist Fett. Unsere Energiekuchen werden aus einer Mischung aus hochwertigen tierischen Fetten und Erdnussmehl hergestellt. Sie enthalten insgesamt nicht weniger als 600 Kalorien pro 100 Gramm: Jeder Bissen gibt einen enormen Energieschub. Auch andere fetthaltige Produkte wie Meisenknödel und Energieblöcke sind sehr beliebt. Durch die Zugabe von Insekten, Mehlwürmern und Samen gewinnen die Vögel nicht nur Energie aus dem Fett, sondern auch Proteine ​​aus den Samen und Insekten.

Fettfutter

Futtersysteme

Die Fettblöcke von Vivara wiegen 300 Gramm und passen in verschiedene speziell dafür konzipierte Halter. Sie können aber auch separat auf einen Futtertisch gelegt werden. Größer sind die Energiekuchen: Sie haben ein Volumen von 500 ml oder 1000 ml und können beispielsweise mit einem speziellen Energiekuchen-Aufhänger aufgehängt werden. Genau wie die Blöcke können die Kuchen auch auf einem Futtertisch angeboten werden. Darüber hinaus gibt es auch passende Futterhäuser und Fensterfutterhäuser.

Oder Sie verteilen eine Schicht Fett der Energieblöcke und Energiekuchen auf der Rinde eines Baumes. Dieser Fettstreifen enthält Fettpartikel, die für größere Vögel zu klein, aber für kleinere Vogelarten wie Schwanzmeisen, Waldbaumläufer und Goldhähnchen ideal sind. Diese Arten mischen sich selten zwischen Kohlmeisen und Staren an den Futtersilos.

Neben Fettfutter werden natürlich auch Futtermischungen mit energiereichen Sonnenblumenkernen und Erdnüssen gut angenommen. Die lassen sich gut in Futtersäulen, Futterhäusern oder auf dem Futtertisch anbieten. 

Samen-Futtersysteme

Fettfutter-Halter

Bodenfütterung

Nicht alle Gartenvögel können hängende Futtersäulen oder hoch gelegene Futterhäuser erreichen. Häufige Besucher wie Amseln, Rotkehlchen oder Zaunkönige suchen vor allem am Boden nach Nahrung. Darauf abgestimmt bieten wir verschiedene Futtertische und -stationen an. Der Boden der Futtertische ist perforiert, sodass mögliche Nässe ablaufen kann und das Futter länger frisch bleibt. Grundsätzlich gilt: Bei Futtertischen ist weniger mehr - füllen Sie lieber weniger aber häufiger auf.  

Bodenfütterung

Schutzkäfige

Stare und Elstern lieben Meisenknödel, Energieblöcke und Energiekuchen und setzen sich aufgrund ihrer Größe häufig an der Futterstelle durch. Um auch den kleinen Vögeln die Möglichkeit zu geben, an kalorienreiches Futter zu gelangen, empfiehlt es sich, einige Produkte mit einem Schutzkäfig anzubieten. So können Sie sicher stellen, dass auch die kleineren Vögel eine Chance bekommen. Das Nachfüllen eines Futtersystems mit Schutzkäfig ist genauso einfach wie ohne.

Schutzkäfige

Ein Expertenbericht von Prof. Dr. Martin Kraft zur Winterfütterung

MIO – Marburger Institut für Ornithologie und Ökologie e.V.

Nun ist wieder die Zeit gekommen, in der man nur noch wenige Zugvögel am Himmel sieht, denn viele Millionen Vögel sind in den Mittelmeerraum oder nach Afrika gezogen, um dort zu überwintern. Aber nicht alle Vögel wandern im Winter in wärmere Gefilde: Im Zuge des globalen Klimawandels bleiben sogar immer mehr Vögel bei uns, die noch vor wenigen Jahrzehnten mindestens bis ans Mittelmeer zogen. Dazu zählen vor allem Kiebitze, Waldwasserläufer, Ringeltauben, Saatkrähen, Feldlerchen, Bachstelzen, Hausrotschwänze, Mönchsgrasmücken, Zilpzalpe, Heckenbraunellen, Stare und Rohrammern. Ja selbst Weißstörche bleiben vermehrt im Winter bei uns. Einige davon könnten wir auch an gut bestückten Futterplätzen erwarten. 

Bei der Winterfütterung von Vögeln kann man viel über die Vögel lernen. Da sind allbekannte Vögel wie Rotkehlchen, Amseln, Wacholderdrosseln, Meisen und einige Finkenvögel, aber eben auch jene, die inzwischen vermehrt in Mittel- und Westeuropa bleiben. So müssen wir uns nicht wundern, wenn plötzlich ein ganzer Starenschwarm, ein schlicht gefärbter Hausrotschwanz oder gar eine Mönchsgrasmücke am Futterhaus erscheint. In manchen Wintern können wir zudem mit echten echte Besonderheiten, wie den bunt gefärbten Seidenschwänzen rechnen. Diese nordische Vogelart sucht vor allem in strukturreichen Gärten und Feldgehölzen nach Beeren aller Art sowie nach Misteln und Äpfeln. Sie kommen aus dem hohen Norden Skandinaviens und Russlands und erscheinen bei uns nur, wenn es im Norden kaum Nahrung gibt. Verschiedene Beeren finden sich auch in bestimmten Fettfuttermischungen von „VIVARA“. Das ist auch der Grund, warum wir schon frühzeitig mit der Winterfütterung beginnen sollten und nicht warten müssen, bis Frost und Schnee Einzug halten.

Grundsätzlich gilt: Wir sollten stets darauf achten, dass unser verabreichtes Futter genügend Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate in einem ausgewogenen Verhältnis enthält. Die unterschiedlichen Arten suchen sich dann das Futter aus, was ihnen am besten schmeckt: Amseln, Rotkehlchen und Goldammern fressen sehr gerne Haferflocken oder auch Streufutter, am liebsten am Boden. Rotkehlchen, Amseln, Stare, alle Meisen, Schwanzmeisen, Heckenbraunellen und Feldsperlinge hängen sich aber auch oft an die Energieblöcke, die neben Fett auch Sämereien, getrocknete Insekten und Beeren enthalten. Das gilt auch für die allbekannten Meisenknödel, an denen sich auch Grau-, Bunt- und Mittelspechte, Stare, Erlen- und Birkenzeisige, Stieglitze und Bluthänflinge beobachten lassen. Amseln, Wacholder-, Rot- und Singdrosseln laben sich gerne an faulen Äpfeln. Vor allem das Fettfutter liefert genügend Energie, um auch sehr kalte Nächte schadlos überstehen zu können!

An unseren winterlichen Futterstellen herrscht oft ein reges Treiben und manchmal macht sich das ein Jäger wie der Sperber zunutze. Urplötzlich fliegen dann alle Vögel auf und verschwinden in der nächsten Hecke, aber manchmal ergreift der Sperber einen Kleinvogel. Mit noch größerem Glück kommt auch mal ein nordischer Merlin, um Kleinvögel zu jagen. Auch Elstern, Eichelhäher und vor allem Rabenkrähen erscheinen manchmal in Schwärmen an unseren Futterstellen, aber wir sollten sie nicht vergrämen, denn auch sie gehören zu den geschützten Vögeln. An den Martinsweihern bei Niederwalgern in Mittelhessen kommen sogar Grau- und Nilgänse, Stock-, Schnatter- und Krickenten, Rebhühner sowie Bläss- und Teichhühner regelmäßig an die Futterstellen. Es ergibt sich also vielfach eine perfekte Möglichkeit, Vögel vor unseren Fenstern oder in Gärten und Parks hautnah zu erleben. Dabei kann man viel über das Verhalten, das Aussehen, Lautäußerungen, Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen, über Konkurrenz am Futterplatz und vieles mehr lernen! Wir sollten aber auch auf die allbekannten Haus- und Feldsperlinge achten, die leider vielerorts im Bestand rückläufig sind.

Unbedingt zu beachten ist, dass die Futterhäuschen immer mal wieder gereinigt werden, wobei regelmäßiges und gründliches Ausfegen oft schon reicht, damit sich keine Krankheitserreger bilden können. Und denken Sie immer daran: Füttern kann man bis ins Frühjahr hinein und wer will, auch das ganze Jahr über! Es ist bestimmt nicht schädlich – und die Vögel danken es Ihnen im Frühling mit ihren schönen Gesängen!