Kohlmeise (Parus major)

 

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Kohlmeise

Die Webcam-Saison 2016 ist nun offiziell beendet. Vielen Dank an diejenigen, die die erste Vivara Webcam-Saison mit uns miterlebt haben. Zusammen haben wir viel mit den von den Kameras beobachteten Vögeln miterleben können - Nestbau, Balz, Eierlegen, Ausbrüten, Jungen grossziehen...

Viele schöne Moment waren dabei; wir hoffen, Sie hatten viel Freude daran! Wir von Vivara hoffen, dass die Zusammenarbeit nächstes Jahr fortgesetzt werden kann, sodass wir Ihnen auch im Frühjahr 2017 wieder tolle Webcam-Übertragungen und Hintergrundinformationen hierzu zur Verfügung stellen können.

Reinigen oder nicht reinigen...?

Oft bekommen wir die Frage, ob man nach erfolgreich ausgeflogenen Jungvögeln den Nistkasten schon reinigen sollte. Bei Kohlmeisen ist es zum Beispiel so, dass man die Chancen auf ein zweites Gelege vergrössert, wenn man den Kasten nicht direkt ausräumt.

Das Kohlmeisenpaar, welches das erste Gelege erfolgreich hinter sich gebracht hat, befindet sich noch immer in seinem Territorium.Dadurh ist es eher unwahrscheinlich, dass ein andere Paar Kohlmeisen in diesem Territorium ein Nest baut. Wir können also davon ausgehen, dass wenn noch ein Nest mit Küken in dem Nistkasten "angelegt" wird, es sich hierbei um ein Nest des ursprünglichen Meisenpaares handelt. Dieses hat in dem Kasten bereits erfolgreich Junge grossgezogen, es ist also für sie ein "gutes Nest" - also ideal für ein zweites Gelege! Zumal die Eltern dann nicht ein komplett neues Nest bauen müssten (was viel Energie und Mühe kostet), sondern einfach von der vorherigen Konstruktion Gebrauch machen können.

Wenn man das alte Nest entfernt, stört man sie in dieser eventuellen Vorbereitung des zweiten Geleges und vergrössert die Wahrscheinlichkeit, dass die Eltern sich einen neuen Nistplatz suchen. Natürlich ist das Belassen des Kastens und des Nestes darin keine Garantie, dass es auch wirklich zu einem zweiten gelege kommt. Es ist immerhin schon recht spät in der Brutsaison, so dass zweite Gelege nicht mehr so häufig vorkommen. Aber wenn man die Chancen so günstig wie möglich halten möchte, sollte man mit dem Reinigen bis in den Spätsommer warten.

 

Ausgeflogen

Mittlerweile findet man bei dem Blick auf die Kohlmeisen-Webcam einen leeren Nistkasten vor. Die Küken haben sich aufgemacht, in die grosse, weite Welt.

Die Eltern hatten viel zu tun, in den 18-19 Tagen, die die Küken benötigt haben, bis sie ausfliegen konnten.  Meistens verlassen Kohlmeisenküken das Nest nach 19-21 Tagen – eine sehr gute Leistung also. In den letzten Tagen dieser Zeit gehen die Eltern dazu über, den Nachwuchs immer weniger zu füttern, um diesen zu „motivieren“, nach draussen zu kommen. Danach ermutigen die Eltern den Nachwuchs weiterhin, nach draussen zu folgen, indem sie kurz vor die Nestöffnung fliegen (mit Futter) und dann wieder aus dem Blickfeld zu verschwinden.  

Das ausfliegen geschieht meistens in den frühen Morgenstunden, sodass die Familie den ganzen Tag Zeit hat, sich mit der neuen Umgebung bekannt zu machen. Die Küken fliegen i.d.R. schnell nacheinander hinaus, da sich die Aufmerksamkeit der Eltern schnell auf das Küken richtet, welches das Nest verlassen hat. Somit geniessen die “verbliebenen” Geschwister weniger Aufmerksamkeit, wenn sie nicht nachfolgen – was diese wiederum motiviert, sich nicht allzu lange Zeit zu lassen.  

In den nächsten Tagen und Wochen wird die Kohlmeisenfamilie nun das Territorium um den Nistkasten herum „unsicher machen“. Einer nach dem andere fliegen sie von Baum zu Baum; zudem machen sie sich durch ihre Laute deutlich als Gruppe bemerkbar.  Doch auch längere Exkursionen stehen auf dem Plan – es wird nicht nur in unmittelbarer Nestnähe verblieben. Dies geschieht vor allem, wenn das Territorium weniger hochwertig ist – dann wird an einem andere Ort nach Nahrung gesucht.

Wir wünschen den jungen Kohlmeisen alles Gute! :)

Das unten stehende Video zeigt das Ausfliegen von sieben der Küken - eines haben wir leider verpasst.

 


 

Schon ganz schön gross

Schon ganz schön gross, die "Kleinen"! Mittlerweile versperren auch schon die Kolhmeisen-Küken einen Teil der Sicht auf das Innere des Nistkastens. Dies ist natürlich ein gutes Zeichen, denn sie müssen für die Aussenwelt fit und stark werden. Wie lange die Küken wohl noch im Kasten bleiben werden? Es könnte sein, dass in en nächsten Tagen schon die ersten Küken den Versuch machen, das traute Heim zu verlassen. Denn wie man sieht, wird bereits mit den Flügeln geschlagen und geübt, sich im Kasten hin und her bewegt.... Es lohnt sich also, immer mal wieder vorbei zu schauen!

 

 

Untertauchen?

Was für eine Woche. Mal breiteten die Küken sich im Nistkasten aus, dann knubbelten sie sich wieder zusammen in die Mitte. Jetzt aber schon mit geöffneten Augen und weiter entwickeltem Federkleid.

Die Küken können sich nun selbst gut warmhalten, ein wenig Kälte ist somit kein Problem. Zudem hat das Weibchen dafür gesorgt, dass das Nest schonweich und warm ist – selbst während des Brütens hat es sich noch mit der Einrichtung befasst. Ein intensiv gebautes Nest kann jedoch den Nachteil haben, dass es bei wärmeren Temperaturen zu warm im Inneren wird; die Küken strecken sich dann nach oben, in Richtung der Öffnung, um kühlere Luft zu erwischen. Gerade wenn die Augen noch geschlossen sind, kann es hier vorkommen, dass eines nach draussen fällt. Auch im Falle eines vollen bzw. hoch gefüllten Nestes ist dies sehr von Nachteil, denn Nesträuber können die Küken dann durch die Öffnung nach draussen ziehen. Krähen, Spechte und Marder machen sich dies beispielweise zum Vorteil. Spechte haben hier zwei Modi operanti. Sie hängen sich an den Kasten, wodurch die Jungen denken, dass einer der beiden Elternteile mit Futter zum Nistkasten gekommen ist. Die Jungen beginnen, um Futter zu betteln und der Specht zieht sie dann eins für eins am Schnabel aus dem Nest. Oder die Spechte hören, auf welcher Höhe sich die Jungen befinden und zimmern sich ein Loch in den Nistkasten, durch welches sie die Jungvögel herausziehen können.

Für die Jungen ist es also wichtig, um gut auf potenzielle Fressfeinde zu reagieren. Die Eltern haben zudem spezielle Alarmrufe, um die Jungen vor Gefahren zu warnen. Nehmen die Küken verdächtige Laute wahr, versuchen sie  meist unterzutauchen und dabei still zu werden. So sind sie nicht so einfach zu packen, wenn Marder, Specht oder Krähe versuchen, sie mit Schnabel oder Klaue zu erwischen. Auch Sperber stellen eine Gefahr dar: sie können zwar nicht in den entdeckten Nistkasten herein „greifen“, sind aber gefährlich, sobald die Jungen aus dem Nest ausfliegen. Circa 20-30% der jungen Kohlmeisen fallen letztendlich Sperbern zum Opfer. In den letzten Tagen war bereits ein Sperber "auf Visite", konnte letztendlich aber nichts ausrichten. Trotzdem wissen wir nun, dass die Jungen trotz Warnung und instinktivem Schutzverhalten bereits aufgefallen sind (sie waren auch im "Schutzmodus" nicht ganz so leise, wie es sollte). Wir hoffen, dass trotzdem alles gut geht. 

 

Erste Flügelschläge 

 

Ganz schön was los

Sie werden immer grösser, die Kohlmeisenküken. Mittlerweile bewegen sich einige von ihnen im Nistkasten umher, um später wieder zurück zur Mitte zu klettern. Aber eine Ausrichtung zum Ausgang scheint wohl bereits interessant zu sein? Angesichts der wahrnehmbaren Laute und der Fütterungsvorgänge schon; die Augen der Küken sind jedoch noch verschlossen. Vermutlich wird bei besserer Sicht auch die Orientierung der Küken innerhalb ihres Zuhauses besser.

Auch wenn die Webcam leider keinen Ton innerhalb des Nistkasten überträgt, kann man sich regelrecht vorstellen, wie laut es bei der Fütterung zugeht!

 

 

 

Wie viele sind es nun? Und Fütterung

Mittlerweile sollten auch die letzten Eier geschlüpft sein. Aber sind es nun acht oder neun Küken oder sind doch noch nicht alle Küken geschlüpft? Ganz genau lässt es sich noch nicht sagen, da die Küken sehr knubbelig aufeinander hocken. In der Zwischenzeit haben die Eltern so einiges damit zu tun, den Hunger des zahlreichen Nachwuchses zu stillen.

 

Sieben Kohlmeisen-Küken geschlüpft

Große Neuigkeiten bei Familie Kohlmeise: Am 1. Maifeiertag schlüpften im Laufe des Tages vier Kohlmeisenküken und heute folgten Nummer 5, 6 und 7. Das Ereignis ist auf dem nachfolgenden Video zu bewundern!

 

Wind und Wetter

Eigentlich hat es die Kohlmeise hier recht luxuriös. Sie hat einen beinahe wasserdichten und winddichte Nistkasten, in dem sie Schutz findet. Andere Vögel müssen sich dem regelrechten Aprilwetter direkt stellen.

Kohlmeisen sind Höhlenbrüter und ihr Verhalten hat sich im Laufe der Zeit auch daraufhin angepasst. Jedoch sind natürliche Nistplätze, wie Aushöhlungen in Bäumen, nicht immer zuverlässig oder vertrauenswürdig. Deshalb wird erst genau inspiziert, bevor gebrütet wird. Dies ist auch bei Nistkästen der Fall – erst einmal wird genau geschaut, wie die Lage aussieht. Das Holz wird ausgiebig angeklopft, vermutlich um die Qualität zu prüfen.

Sie richten das Nest erst mit einer Lage Moos ein, welche Wasser gut aufsaugen kann (natürliche Nistgelegenheiten sind selten wasserdicht). Die warme, isolierende Lage aus Haaren o.ä. Material oben sorgt dafür, dass die Küken weit genug vom Wasser entfernt sind.

In der ersten Woche nach dem Schlüpfen können die Küken sich noch nicht selbst warm halten. So hält das Weibchen den Nachwuchs weiterhin mithilfe des Brutflecks warm. Wenn die Küken etwas grösser sind und beide Elternteile damit beschäftigt sind, genug Futter zu sammeln, können sie sich selbst warm halten.

Während der “Warmhalte-Phase” sitzt die Kohlmeise also gut geschützt. Andere Vogelarten haben nicht diesen Luxus, wie beispielsweise die Störche. Diese sind dem Wind und Wetter ohne “Dach” ausgesetzt.

 

Brüten ist harte Arbeit

Das grosse Warten hat begonnen. Es wird angenommen, dass Anfang Mai, die Jungen schlüpfen. Wie viele Eier im Nest liegen, ist noch undeutlich, aber er scheint ein volles Nest zu sein. Und dieses muss in nächster Zeit vom Weibchen gut temperiert werden.

Um dies zu tun, hat es einen Brutfleck. Wenn das Weibchen nicht gerade brütet, wird dieser durch die umliegenden Federn bedeckt und ist nicht ohne Weiteres sichtbar.

In der Brutsaison verändert sich im Hormonhaushalt der Kohlmeisen so einiges (vor allem was Östrogen und Prolaktin betrifft). Unter Einfluss dieser Hormone lockern sich die Federn am Bauch der Kohlmeise und fallen von selbst aus. Zudem wird die Haut am Bauch dicker; es bilden sich mehr Blutgefässe, während sich die Bestehenden erweitern. Bei vielen Vogelarten ist das Weibchen der einzige brütende Elternteil – in diesem Fall entwickelt auch nur da Weibchen den Brutfleck. Bei manchen Arten ist es jedoch so, dass beide Elternteile brüten und beide einen Brutfleck entwickeln.

Durch die starke Durchblutung der Haut am Brutfleck und dem direkten Kontakt zwischen Haut und Eiern, kann das Weibchen die Eier auf einer idealen Temperatur von 34-38 Grad Celcius halten. Die genaue Temperatur kann sie variieren, indem sie dichter auf den Eiern sitzt oder sich kurz zurückzieht, wenn die Eier zu warm werden.

Es sieht also nur so aus, als läge das Weibchen die ganze Zeit gemütlich im Nistkasten. In Wirklichkeit muss es seinen „inneren Ofen“ anfachen, um die Eier warm zu halten. Dies kostet so einiges an Energie. Letztendlich stellt die gesamte Brutzeit für das Weibchen eine Abwägung dar, ob es so gut möglich für die Eier sorgen und diese gut warmhalten will oder ob es für sich selbst sorgt und genug Futter aufnimmt. Wenn es zu viel auf den Eiern sitzt, ist dies nicht für seine eigene Gesundheit zuträglich. Wenn es aber zu oft den Nistkasten verlässt, um zu fressen o.ä., dann werden die Eier zu kalt, was wiederum Nachteile für die Entwicklung der Jungen haben kann. Glücklicherweise kommt jedoch das Männchen vorbei, um die ein oderandere Beute zu bringen.

 

3,4,5,6,7,8?

Wie viele Eier sind es denn jetzt? Das Eierlegen bleibt bei diesem Kohlmeisen-Weibchen ein kleines Mysterium. Aber das macht das Ganze auch wieder spannend, denn wie viele Küken werden in ein oder zwei Wochen aus den Eiern zum Vorschein kommen?

Eigentlich sollten es heute acht bis neun Eier sein, die im Nistmaterial verborgen sind (wenn der vermutete Sonntag auch wirklich der erste „Legetag“ war). Der Ausfall der Kamera, der ab und zu stattfindet sowie das Verstecken der Eier durch die Mutter macht es schwierig, Genaueres zu erkennen. Normalerweise legen Kohlmeisen täglich ein weiteres Ei, ausser wenn das Wetter umschlägt und auf die Bremse getreten werden muss. Dann wir auch schon einmal ein Tag überschlagen.

Wie viele Eier es wohl insgesamt werden? Um die acht Eier herum sind eine oft gesehene Anzahl. Die Gesamtanzahl der Eier und wie erfolgreich die Küken aufgezogen werden können, ist abhängig von der verfügbaren Anzahl Raupen. Weniger Raupen bedeuten weniger Eier und auch weniger das Nest verlassende Meisen.

An dem Tag, an dem das letzte Ei gelegt wird, beginnt das Weibchen mit dem Ausbrüten. Dann werden die Eier Stück für Stück besser sichtbar, da das Weibchen dann versucht, sie mit ihrem Brutfleck warm zu halten. Können wir sie dann endlich zählen?

 

Kleiner Zwischenstand

Mittlerweile beherbergt das Nest drei Eier, die gut in der weichen Lage des Nistmaterials verborgen sind. 

 

Erstes Ei

Es ist so weit, bei dem Kohlmeisenpaar wurde das erste Ei gelegt.

Der Zeitpunkt schien am 10. April zwischen 7:00 Uhr und 7:34 Uhr gewesen zu sein, jedoch war das Ei aufgrund des Nistmaterials nicht so einfach sichtbar. Bevor das Brüten beginnt, werden die Eier sowieso noch im Nistmaterial verborgen.

Jeden Tag – manchmal jedoch mit einem „Pausentag“ dazwischen – wird ein Ei gelegt, bis das Gelege komplettiert ist. Die bereits gelegten Eier werden immer wieder mit einer Lage Material zugedeckt. Ab dem Tag, an dem das letzte Ei gelegt wurde, wird gebrütet – dann werden die Eier auch nicht mehr im Nistmaterial verborgen.

Die Grösse eines Geleges kann sehr unterschiedlich sein; so wird sowohl von 6–12 als auch von 3–15 Eiern gesprochen. Die Eier sind oval mit heller Schale, die mit feinen, rotbraunen Sprenkeln versehen ist und eine Grösse von ca. 17,5 ×13,5 mm aufweisen. Die Brutzeit kann zwischen zwischen 10 und 17 Tagen betragen; dies ist von Lage und Wetter abhängig und geschieht ausschliesslich durch das Weibchen. Das zweite Gelege weist eine kürzere Brutzeit auf.

 

 

Es ist soweit

Endlich hat sich was getan, denn der Nestbau hat begonnen!

In der letzten Woche wurde wie im Zeitraffer daran gearbeitet, den Nistkasten mit geeignetem Material zu füllen. Hat sich in der ersten Zeit erst garnichts getan, so wurde in kurzen Abständen immer mehr Material ins innere getragen - als ob es jemand auf einmal besonders eilig hätte.Danach wurde hier und da noch gezupft und geschoben, bis auch alles am richtigen Platz lag.

Der Nestbau beginnt bei Kohlmeisen immer mit dem Anlegen einer Basisfläche aus (grösstenteils) Moos. Dieser weiche Boden sorgt dafür, dass die Nistmulde weich, aber zugleich auch fest genug ist. Mit seinen „Bauchrutschern“ sorgt das Weibchen dafür, dass das Moos auch gut in die Ecken des Kastens kommt, ein wenig plattgedrückt wird sowie eine leichte Kuhle formt, in der die Eier gut liegen können. Dieser „Basisnest“ wird im weiteren Verlauf mit einer weichen Lage Haar oder Wolle ausgekleidet, je nachdem, was in der Umgebung zu finden ist. So kann man anhand der Nester der Kohlmeisen oftmals sehen, welche Tiere sich in der näheren Umgebung aufhalten. Ob Schafe, Kaninchen- oder selbst Hundehaar - es wird alles verwendet, was geeignet ist. Auch Gartendekorationen aus buntem Filz sowie Wollpullover, die draussen zum Trocknen hängen, werden gerne ein wenig zerpflückt, um das Nest zu polstern.

Oftmals benötigen die Meisen etwas Zeit, bis das Nest fertiggestellt und für die ersten Eier bereit ist. So früh in der Brutsaison kann dies mit viel Mühe und Arbeit mehr als eine Woche dauern. Aber umso später in der Brutsaison, kann es bei grosser Hast auch innerhalb eines Tages fertiggestellt werden. In diesem Nistkasten können die Kohlmeisen in Ruhe das perfekte Nest bauen, sodass es noch etwas dauern kann, bevor die ersten Eier gelegt werden.

 

Treulose Tomate?

Der Frühling naht! Und wie schön ist es, die ganzen Vogelpaare zusammen umher fliegen zu sehen.Meisen, die auf der Suche nach einem Nistplatz sind sowie Eulen- und Kauzpaare, die sich gegenseitig versorgen. Alles hart arbeitende, treue Paare, die demnächst ihren Nachwuchs aufziehen. Oder sieht es nur danach aus...?

Wie monogam sind Kohlmeisen eigentlich? Früher wurde angenommen, dass 90% aller Vogelarten monogam ist, treue Paare, die in der Brutzeit zusammen bleiben und Nachwuchs grossziehen. Und doch erschien diese Annahme als inkorrekt, als DNA-Analysen möglich waren udn Vaterschatfstest durchgeführt werden konnten. So kam heraus, dass weniger als 15% der Vogelarten vollständig (genetisch) monogam ist, und dass die übrigen Arten regelmässig "fremdgehen" und sich anderweitig vergnügen.

Zu dieser Mehrheit gehört auch die Kohlmeise. In durchschnittlich 30% der Nester lassen sich ein oder mehrere "uneheliche" Jungen finden. Insgesamt sind also circa 6,5% der Jungvögel von anderen Vätern als dem eigentlichen Partner. Ob dieser davon weiss, ist die Frage. Natürlich wollen die Männchen verhindern, dass das Weibchen sich mit einem anderen Partner zusammenfindet; so bewachen sie das Weibchen in der fruchtbaren Zeit und machen morgens mit ihrem lautesten Gesang deutlich, dass es sich hier um ihr Territorium handelt.

Und doch ist es für die Männchen von Vorteil, so viele Eier wie möglich zu befruchten, innerhalb oder ausserhalb der Partnerschaft. So lässt sich die Wahrscheinlichkeit vergrössern, dass seine Gene an eine neue Generation weitervererbt werden. Warum sich jedoch auch die Weibchen andere Partner suchen, darüber ist sich die Wissenschaft noch nicht einig. Kann es sein, dass such sie ihre Chancen vergrössern möchte, falls irgendwas mit dem Männchen (und seiner Fruchtbarkeit) nicht stimmt? Oder versucht sie, bessere und stärkere Jungen gross zu ziehen und sucht so den bestmöglichen Vater bzw. das genetisch stärkste Männchen? Bisher ist hier noch keien deutliche Antwort gefunden und die Meinungen sind geteilt.

Sind sie nun von den Kohlmeisen und ihrem Mangel an Treue und Romantik enttäuscht? Schauen Sie doch mal bei den Eulensorten vorbei, denn diese sind wirklich monogam in ihrer Partnerschaft.

 

Wer wird einziehen?

Nach der Nistkasteninspektion mit ihrem Mann, lässt Frau Kohlmeise es weiterhin ruhig angehen. Wir sahen auch ein Paar Blaumeisen sowie ein Rotkehlchen vorbeischauen. Jedoch werden Letztere keine Chance haben, wenn sich die Kohlmeisen definitiv für den Nistkasten entscheiden. Das Recht der Stärkeren gilt nämlich auch für den „Nistplatz-Markt“. Darum ist es für kleinere Vögel auch schön und hilfreich, wenn es spezielle Nisthilfen für sie gibt, in die die grösseren Konkurrenten, wie Kohlmeisen, nicht hineinfliegen können. Ein Beispiel sind hier Nistkästen mit einer Einflugöffnung von 28 mm (hier zu finden). 

Eichhörnchen-Besuch

Vor kurzem hat ein Eichhörnchen den Nistkasten inspiziert. Denn: Nicht nur Marder und Spechte, sondern auch Eichhörnchen gehören zu den natürlichen Feinden der Kohlmeise. Diese natürlichen Feinde werden vor allem den Jungvögel gefährlich. Wenn Sie im Wald oder im Garten einen Nistkasten mit Loch in der Seitenwand sehen, dann ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass hier schon einmal ein Specht einen Besuch erstattet hat.

Trotzdem werden sich die Kohlmeisen durch den Besuch vom Eichhörnchen nicht schnell vom Brüten abhalten lassen. Denn dann würde keine Kohlmeise mehr in Nähe von einem Eichhörnchen brüten können, was in Wäldern kaum möglich ist. Desweiteren können sich die Kohlmeisen darauf einstellen und ihr Nest im Kasten weniger hoch bauen – so können die Eichhörnchen nichts erbeuten,wenn sie doch einmal dazu kommen, in den Kasten zu greifen. So geschieht es nicht sehr oft, dass Marder oder Eichhörnchen an die Jungvögel im Inneren kommen.

Wir gehen also davon aus, dass auch in diesem Kasten demnächst genistet werden kann.

 

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Steckbrief

Kohlmeise (Parus major)

Die Kohlmeise hat einen auffälligen schwarzen Kopf mit weissen Wangen, die Unterseite ist gelb mit einem breiten, schwarzen Mittelstreif beim Männchen und einem deutlich schmaleren beim Weibchen. Bei den Jungvögeln ist dieser Mittelstreif nicht vorhanden, dieser erscheint erst später im nächsten Jahr. 

Eigenschaften

Maße
Kleiner als der Haussperling.

Verbreitung
Grösste heimische Meisenart. Die Kohlmeise brütet in Wäldern, Büschen, Parkanlagen und Gärten und lebt das ganze Jahr bei uns.

Nest
Brutzeit: April-Juni, 1 bis 2 Gelege. Das Nestmaterial besteht aus Moos, Wurzeln, Halmen und Wolle, womit das Nest von innen ausgestattet wird. Sie nisten in Baumhöhlen und häufig auch in Nistkästen.

Jungtiere
Das Nest besteht aus 8 bis 12 Eiern und die Brutdauer beträgt ca. 14 Tage. Bis zu 20 Tagen werden die jungen Nesthocker von beiden Vogeleltern mit Nahrung versorgt.

Futter
Im Sommer fressen Kohlmeisen vor allem Insekten und Insektenlarven. Nach der Brutzeit besteht ihre Nahrung auch aus Sämereien.

Gesang
Sein Laut ist vielseitiger und variierender als bei anderen Meisenarten. Er ruft u.a. 'pink-pink' und zweisilbig: 'zi-twiet' oder schimpfend: 'tzje-tzje-tzje'. Der Bettelruf von Jungvögeln ist ein nasales 'ze-ze-ze'. Sein früher Gesang - den man bereits im Winter wahrnehmen kann - ist eine Aneinanderreihung von sich wiederholenden, einfachen, flötenden, zwei- oder dreisilbigen Tönen.

Besondere Kennzeichen
Grösste und häufigste Meisenart Mitteleuropas.
Die Kohlmeise besitzt einen markanten schwarzen Bauchstreifen.
Sie kann sehr gut andere Vogelstimmen imitieren.

 

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