Schleiereule (Tyto alba)

Schleiereule

Die Webcam-Saison 2016 ist nun offiziell beendet. Vielen Dank an diejenigen, die die erste Vivara Webcam-Saison mit uns miterlebt haben. Zusammen haben wir viel mit den von den Kameras beobachteten Vögeln miterleben können - Nestbau, Balz, Eierlegen, Ausbrüten, Jungen grossziehen...

Viele schöne Moment waren dabei; wir hoffen, Sie hatten viel Freude daran! Wir von Vivara hoffen, dass die Zusammenarbeit nächstes Jahr fortgesetzt werden kann, sodass wir Ihnen auch im Frühjahr 2017 wieder tolle Webcam-Übertragungen und Hintergrundinformationen hierzu zur Verfügung stellen können.

Bald nach draussen?

Lange kann es nicht mehr dauern, bis die Küken das Nest verlassen. Vielleicht ist es sogar schon in dieser Woche so weit.

Wie man sieht, sind die Drei deutlich gewachsen, machen Flügel- und Kletterübungen und und und... 

Scheinbar lockt auch schon die Aussenwelt ein wenig, wie man in dem untenstehenden Video sehen kann. Dort sitzt das älteste Küken bereits gefährlich nah am Ausgang/ Rand des Nistkastens. Zwischendurch werden ein paar Flugübungen gemacht (auch von Küken Nr. 2), aber so richtig raus scheint es noch nicht zu wollen, denn es zieht den "gerutschten" Fuss schnell zurück.  Drei Mal kommt währenddessen ein Elternteil zum Eingang, übergibt aber nur beim dritten Mal eine Maus - vielleicht um zo locken?

 

Auf den Speicher

Nachdem eines der anderen Jungen es vorher schon (erfolglos) versucht hatte, ist Küken Nr. 2 nun erfolgreich in den Speicher geklettert/geflattert. Nach einem kurzen Ausflug, der von den Anderen von unten betrachtet wurden, kehrte der Abenteurer wieder zurück.

 

Üben, was man üben kann

Man muss ja alles einmal gut austesten - so auch die Flügel! Auch wenn der Platz im Nistkasten eingeschränkt ist, wird hier experimentiert und geflattert. Wie soll man es denn sonst lernen?

Ebenso haben sich die Küken abgeschaut, dass man wunderbar auf dem Brett in der Mitte des Nistkastens sitzen kann. Allerdings gelingt dies noch nicht so in perfekter Balance wie bei den Eltern - es wird noch gewackelt, der Halt korrigiert...Aber für den Anfang doch gar nicht mal so schlecht, oder?

 

 

Genauer betrachtet

Das Schleiereulenküken testen zur Zeit alles aus: Laufen; wie man die Flügel streckt; aus welchem Winkel man was betrachten kann; wie weit man sich verbiegen kann.... 
Der Hals scheint jedenfalls schon einmal sehr flexibel zu sein, wie dieser Screenshot zeigt.

 

Wachsen, wachsen...

Man kann deutlich den Wachstumsfortschritt der verbliebenen drei Küken sehen. Ebenso sind sie aktiver im Kasten unterwegs - mal wird sich hinten aufgehalten, dann wieder weiter vorne...Und auch die Flügel werden zwischendurch schon einmal gestreckt (die Kleinen haben schon eine beachtliche Spannweite aufzuweisen).

Erst einmal strecken:

Eines der Küken wirft einen Blick nach draussen:

 

Trockene Nächte sorgen für mehr Feldmäuse 

In den letzten Nächten war es rund um das Gebiet des Schleiereulen-Nistkastens trocken. Dies bot günstigere Jagdkonditionen für  die Schleiereulen, was sich auch direkt in einer höheren „Feldmaus-Rate“ geäussert hat. Für die Küken sieht es also jetzt gut aus!

 

Fortschritte - im wahrsten Sinne des Wortes

Es wird nicht mehr hinten im Kasten gehockt - nein, die Küken wollen auch sehen, was die Eltern weiter vorne zo sehrn und tun.
Nachdem die beiden Geschwister sich schon etwas eher nach vorne zu den Eltern gewagt haben, braucht das dritte Küken noch etwas Anlauf, um nach vorne zu kommen. Ganz geheuer schien es ihm dort jedoch nicht zu sein, und es ging schnell wieder nach hinten.

Das Schöne an der Sache: Wir können die Küken, wenn sie vorne sind, von ganz nahe betrachten.

 

 

Schlechtes Wetter & Mangel an Mäusen

In nassen Gebieten verschwinden die Mäuse nachts; zudem ist es bei Regen schwierig für die eulen, erfolgreich zu jagen. Bei anhaltendem Regen füllen sich die Gänge der Mäuse mit Wasser, was zur Folge hat, dass die jungen Mäuse ertrinken und die erwachsenen Tiere versuchen müssen, zu entkommen. Sie begeben sich dann in höher liegende Gebiete. Keine guten Vorraussetzungen bei der Nahrungssuche.

Eulen, die ihr Territorium gut kennen, begeben sich in solchen Situationen dann oftmals zum Jagen in die Nähe von Scheunen und Schuppen. Die "Webcam-Eulen" haben es jedoch schweiriger - sie können nicht drinnen jagen. Es treffen bei der niederländischen Arbeitsgruppe für Eulen auch einige Meldungen ein, dass Eulen aus ihren Nestern fallen. Dies wird oftmals dadurch verursacht, dass die Küken sich zum Nestausgang drängeln, um Beute in Emfpang zu nehmen. Wenn eines Pech hat, fällt es hierbei versehentlich aus dem Nest.

Sollten Sie eine junge Eule auf dem Boden finden, bleiben Sie vorsichtig. Eventuell wird das Junge noch von den Eltern gefüttert. Tipps für erste Hilfe und Einschätzung der Situation finden Sie z.B. unter http://www.nabu-hassloch.de/vogel-gefunden-was-nun/ oder http://www.greifvogelhilfe.de/richtig-helfen/erste-hilfe/ Oder kontaktieren Sie eine Greifvogelstation in Ihrer Nähe.


Zuletzt noch gute Nachrichten: Auch wenn das offizielle Ende des Webcam-Projekts der 1. Juli ist, bleiben einige der Kameras noch aktiv!

Bis Ende Juli aktiv bleiben: Storch, Gartenvögel, Brandseeschwalbe

Solange man noch die Vögel beobachten kann/ solange Aktivität beobachtbar ist, bleiben aktiv: Eisvogel, Steinkauz, Schleiereule

 

Vier Küken haben es nicht geschafft

Gestern, am 28. Juni, haben auch Küken 4 und 5 den Kampf aufgeben müssen. Sie haben es leider nicht geschafft und sind - vermutlich an Ünterernährung - gestorben.

Es sind schon traurige Bilder, die wir am Ende dieser Brutsaison sehen. So haben es insgesamt vier der Schleiereulen-Küken nicht geschafft und wurden letztendlich als Futter für die kräftigeren Geschwister verwendet. Traurig, aber auch nun einmal der Lauf und die Planung der Natur. Die kleinen, deutlich schwächeren Küken werden nur selten gross und verlassen das Nest. Es ist die Brutstrategie, die hier ihre Effizienz zeigt. Diese Strategie - oft beobachtet bei Eulen und Käuzen, beinhaltet, dass direkt nach Legen des ersten Eis mit dem Brüten begonnen wird. So schlüpfen die Küken nicht zeitgleich, sondern nacheinander. Der Altersunterschied manifestiert sich dann in Grösse und Kraft der Küken, welche dann enorm abweichen können. Ist genug Nahrung vorhanden, ist die Chance grösser, dass alle Jungen aufwachsen. Ist zu wenig Nahrung vorhanden, gilt das Recht der Stärkeren. Sterben die jüngeren Küken, sorgen sie dafür, dass mehr Nahrung für die hinterbliebenden Geschwister zur Verfügung steht, was deren Überlebenschancen vergrössert.

 

Aus sieben Küken wurden fünf

In mehreren Quellen wurde bereits über den beobachteten Kannibalismus unter Schleiereulen berichtet. Beispiel sind "Schleiereule Tyto alba: Jungvogel an Geschwister verfüttert" (Ernst Kniprath & Susanne Stier-Kniprath), ein Referat auf der Website des NABU Heidelberg oder auch im Pressebericht vom Mindener Tageblatt.

Nun konnten wir dies auch vor der Webcam passieren sehen. Am 23. Juni hat die Mutter das kleinste Küken, Küken Nr. 7, von den anderen Küken getrennt und mit in den vorderen Bereich des Kastens genommen. Wir vermuten, dass sie das Küken dort aufgefressen hat.

Am 23. Juni liess sich dann beobachten, wie das zweitjüngste Küken, Küken Nr. 6, von der Mutter gepackt und an Küken Nummer 4 und 5 verfüttert wurde. Es wurde zuvor schon nicht mehr mitgefüttert und wurde somit immer schwächer. So konnte es auch nicht mehr effektiv um Nahrung betteln.

Dies ist natürlich äusserst schade, aber auch bei anderen Vogelarten kann es vorkommen, dass sich bei einer grösseren Anzahl Küken auf die stärksten fokussiert wird. Auch bei Störchen kann man dies häufiger beobachten. 

 

Neues Video

 

Füttern, füttern, füttern

Wie bereits berichtet, muss das Männchen nun hart arbeiten, um genug Nahrung herbei zu schaffen. So wurden am 20. Juni, zwischen 23 und 24 Uhr, fünf Mäuse zum Nest gebracht und an die Jungen verfüttert. Schön ist auch zu sehen, wie unterschiedlich entwickelt die Schleiereulen-Küken sind - noch sitzen sie jedoch zentriert auf einem Haufen.

 

Es wird voll im Nest

Am Wochenende sind zwei weitere Schleiereulen-Küken geschlüpft:

  • 18. Juni 2016, 3:26 Uhr: Das sechste Küken ist geschlüpft
  • 20. Juni 2016, zwischen 22 und 23 Uhr: Das siebte Küken ist geschlüpft

Aber...dieser Altersunterschied zwischen den einzelnen Küken - ist das eine gute Strategie?

Vor allem nach Betrachten der anderen Nester wereden sich manche sicher fragen, warum bei den Schleiereulen nicht alle Küken zugleich schlüpfen. Man fragt sich ggf. auch, wie es dann um das kleinste Kuken steht; ob es eine Chance hat, zu überleben, wenn andere, dominantere Küken ebenfalls im Nest um das Futter 'streiten'.

Nch dem Legen des ersten Eis beginnt das Weibchen gleich mit dem Brüten. Nach zwei Tagen folgt in der Regel das nächste Ei, bis das Gelege vollständig ist.Aus diesem GRunde schlüpfen auch die Küken nacheinander; zwischen dem ersten und dem letzte Küken können somit bis zu zwei Wochen Altersunterschied entstehen. Auch beim späteren Beringen werden die Daten schlecht vergleichbar sein, da es sich dann hier um Jungen unterschiedlichen Alters mit unterschiedlicher Entwicklungsstufe handelt.

Was hat der Altersunterschied für Folgen? Es wird vermutet, dass wenn das Nahrungsangebot einstürzt und nicht genug vorhanden ist, das meiste Futter an das älteste Küken geht, sodass dieses in jedem Fall kräftig das Nest verlassen kann.Die jüngeren Küken erhalten dann weniger. Ist jedoch genug Nahrung vorhanden, wird das Futter gleichmässig unter allen Küken verteilt. Der Altersunterschied scheint hier also eine Art absicherung zu sein, sodass in jedem Fall ein Teil der Küken zu erwachsenen Schleiereulen heranwachsen kann.

Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch keinen Anlass zu vermuten, dass das Nahrungsnagebot zu begrenzt ist. Allerdings hat es in letzter Zeit viel geregnet; dann können Schleiereulen schlechter Mäuse fangen. Der Grund hierfür ist, dass die Schleiereule nach Geräusch jagt und der Regen dies deutlich erschwert/ stört. Wir hoffen, dass das Wetter in nächster Zeit wieder günstigere Jagdumstände bietet - dann können wieder ordentlich viele Mäuse ins Nest gebracht werden.

 

Fünf Küken

Gestern, am 15.06.16, ist gegen 15:27 Uhr das fünfte Küken (aus Ei Nr. 6) geschlüpft. Im Gegensatz zu den Jungen des Waldkauzes, Steinkauzes oder auch Eisvogels, schlüpfen die Jungen der Schleiereule mit grösserne Abständen zueinander. So befinden sich das erste und letzte Küken in punkto Entwicklung weit auseinander. Obgleich es im Moment schweirig ist, die Küken unter dem Federkleid der Mutter zu zählen, denn sie sitzen sehr dicht bei- bzw. aufeinander.

Das älteste Küken hat derweil bereits die Augen geöffnet.


Vier Küken, ein "erfolgloses" Ei

Das vierte Küken ist am 13.06.16 geschlüpft - jedoch aus dem fünften Ei. Das vierte Ei ist somit ganz geblieben und hat es leider nicht geschafft.Man sieht den deutlichen Grössenunterschied zwischen den drei eher geschlüpften Küken und dem momentanen Nesthäkchen.

 

Drittes Küken und Verhaltensänderungen im Nest

Am 09. Juni 2016 wurde das dritte Küken geboren, um circa 01:22 Uhr.


Nach einer ruhigen Zeit des Ausbrütens hat sich seit dem 4. Juni so einiges verändert: das Männchen muss mehr Mäuse erbeuten und ins Nest bringen udn auch das Weibchen hat mehr Aufgaben dazu bekommen.

Kurz vor dem Schlüpfen des ersten Kükens verändert sich das Verhalten des Weibchens. Eingie Stunden bevor das Küken schlüpft, produziert es Piep-Laute, die die baldige Geburt ankündigen. Das Weibchen ragiert darauf mit einem "klokkenden"Laut und kommuniziert so mit dem sich im Ei befindenden Küken. Wenn dies passiert kann es jedoch noch so eingie Stunden dauern, bevor das Küken geboren ist. Dauert dies sehr lange, so kann das Weibchen dabei helfen; es entfernt dann kleinere Stücke der Eierschale. Dabei hält sie das Ei vorsichtig mit dem Fuss fest.Oder es beisst die zähe Hülle durch.

Dann wird das Männchen animiert, mehr Beute zu bringen. Das Anlegen eines kleinen Vorrats ist sehr wichtig, vor allem wenn schon mehrere Küken geschlüpft sind. Das Weibchen hat so einiges mit der Fütterung zu tun: kleine Stückchen der Beute müssen an alle geschlüpften JJungen verteilt und gefüttert werden. Des Weiteren mussd as Weibchen dafür sorgen, dass die Eier warm gehalten und alle paar Stunden gesäubert werden. Die Jungen müssen ebenfalls warm gehalten werden und dürften nicht zu sehr abkühlen. Die Küken sind nämlich in den ersten Tagen kahl und kriechen zueinander, um sich gegenseitig Wärme zu spenden.


Jetzt heisst es abwarten und beobachten, wie viele Küken schlüpfen. Der Unterschied zwischen dem ersten und letzten Küken wird recht gross ein, ungefähr zwei Wochen Entwicklung wird das Älteste voraus haben. Der Vater muss dann eine Top-Leistung bringen und für ordentlich Beute sorgen - und dies über mehrere Wochen hinweg. Abhängig von der Grösse der Mäuse heisst dies: 30 bis 40 Mäuse pro Nacht. 

 

Küken 1 und Küken 2

Am 04. Juni 2016 wurde nach 30 Tagen und 5 Stunden das erste Küken geboren, um circa 17:55 Uhr herum.

Am 06. Juni 2016, gegen 22:05 Uhr kam dann das Geschwisterchen zur Welt - Küken Nr. 2!

Wie man sieht, muss das Weibchen zwischendurch ganz schön "herum-arrangieren", damit sie sowohl die beiden recht agilen Küken als auch die restlichen Eier gut warmhalten kann.

 

 

Wichtigkeit der unterschiedlichen Laute der Schleiereulen 

Bei der Schleiereule wurden bisher um die achtzehn unterschiedliche Laute festgestellt. Die Sprache der Schleiereule sozusagen – hiermit müssen sie miteinander kommunizieren und verschiedene Aussprachen tätigen.

An diesen Lauten erkennen die Eulen einander. Allgemein kann man sie in fünf Gruppen einteilen: Balzlaute (der bekannte Ruf des Männchens), Verteidigungslaute (lautes Schreien in Auseinandersetzungen), Bettel- und Futterlaute (bei Küken und Weibchen), soziale Kontaktlaute (vor allem zwischen Männchen und Weibchen) und die Laute der Jungen.

Die Sprache ist mit achtzehn unterschiedlichen Lauten  schon begrenzt, aber es besteht auch noch grosse Variation in der Stärke der abgegebenen Laute. Ein schönes Beispiel ist das Bettelverhalten des Weibchens, wenn wenig Beute zum Nest getragen wird: ein verstärktes, zischendes Blasen. Das Männchen hat dies verstanden und begab sich wieder auf die Jagd.  Das Weibchen behält diese Laute bei, wenn das Männchen mit der Beute erscheint. Ist ein gewisser Vorrat an Nahrung vorhanden, dann wird die Lautstärke und Eindringlichkeit wieder schwächer – wenn das Weibchen Hunger hat, nimmt dies wieder zu.  Ein solches Verhalten wird auch später bei den Jungen erkennbar sein.

 

Der Speiseplan

Der Speiseplan der Schleiereule besteht grösstenteils (zu 98%)  aus Wühlmäusen sowie Spitzmäusen und Waldmäusen. Vögel, Frösche und Wirbellose füllen dieses Leibgericht an (2%). Aber sind diese präferierten Speisen immer gut verfügbar?  

Während der Brutsaison ist die Feldmaus eine wichtige Beute: Sie ist eiweissreich und hat ein gutes Gewicht (ca. 30 g). Bei den meisten Beutetieren, die das Männchen anliefert, handelt es sich um Feldmäuse. Wenn es nachts regnet, ist es für Eulen schwierig, Beute zu fangen. Die Mäuse kommen dann kaum an die Oberfläche, während die Eulen sie durch den Regen auch noch schlechter lokalisieren können. Während des Unwetters der letzten Tage wird dies auch der Fall gewesen sein. Zum Glück befindet sich im Nistkasten oftmals noch ein Vorrat an gefangenen Mäusen, die in dieser Zeit dann verzehrt werden können.

Steht einer adulten Schleiereule oder einem Küken nachts kein Futter zur Verfügung, nimmt das Gewicht des Tieres circa 30 bis 40 g ab. Bekommt das Weibchen drei bis vier Tage keine neue Beute, dann verlässt es i.d.R. das Nest und das Gelege ist missglückt. Darum ist es wichtig, dass immer ein kleiner Vorrat an Mäusen verfügbar ist. Bei schlechtem Wetter versuchen die Eulen, in Scheunen o.ä. an Futter zu kommen. Ein Nistkasten in einer Scheune bietet dann grosse Vorteile, vor allem, wenn darin Streu und Heu zu finden sind (und kein Gift). In dergleichen Gebäuden befinden sich oft Wald- und Hausmäuse.

Neben Feldmäusen sind in der Brutzeit vor allem Waldspitzmäuse und Waldmäuse wichtige Beutetiere. Waldspitzmäuse haben einen kurzen Schwanz und – wie der Name sagt - eine spitze Schnauze. Waldmäuse sind an ihrem langen Schwanz zu erkennen. 

 

Acht Eier

Am 20. Mai 2016 wurde gegen 5:15 Uhr das achte Ei gelegt. Es dauerte ein wenig, bis sie alle gut zu sehen waren:

 

Sieben Eier

Diese Nacht, gegen 0:38 Uhr, wurde bereits das siebte Ei gelegt! Zwischen den Eiern liegen jeweils zwei Tage und wenige Stunden, das Schleiereulenpaar ist somit recht "produktiv", was den Nachswuchs angeht. Ob es über zehn Eier werden?

 

Vier Eier

Gestern nachmittag, um 16:28 bis 16:32 Uhr wurde das vierte Ei gelegt. Es scheint, als würde der Abstand von "guten" zwei Tagen beibehalten.

Durchschnittlich legen Schleierulen ihre Eier in einem Abstand von 2 bis 4 Tagen; das Gelege kann 3-12 Eier umfassen. Es sieht also ganz danach aus aus, als wäre dieses Paar nicht nur im Bezug auf den Zeitpunkt des ersten Eierlegens nach der Paarung, sondern auch im Abstand zwischen den Eiern von der schnelleren Sorte.

 

Drei Eier

Gestern nachmittag, um 15:15 Uhr herum, wurde das dritte Ei gelegt. Also wieder etwas mehr als zwei Tage später als das vorherige Ei.

 

Ausnahmen bestätigen die Regel. Oder: Zwei Eier!

Meistens wird vier bis sechs Wochen nach der “Paarformung” das erste Ei gelegt. Das Schleiereulenpaar unserer Webcam jedoch hatte es scheinbar etwas eiliger…

Nach der unruhigen, kurzen Phase der Paarformung und limitierten Anzahl Paarungen wurde das erste Ei recht schnell gelegt, nämlich am 5. Mai 2016, rund 12:15 Uhr. Kurz danach folgte auch das zweite Ei, am 7. Mai 2016, um 12:46 Uhr; also etwas mehr als zwei Tage später. Wie viele es wohl insgesamt werden?

Die kurze Vorbereitungszeit könnte heissen, dass sich das Weibchen in guter Verfassung befand und sich der ganze Prozess dadurch beschleunigt hat. Für gewöhnlich lässt sich das Weibchen nämlich wochenlang durch das Männchen umhegen und versorgen: Beuteübergabe, Putzen und alles, was so dazu gehört. In den letzten Nächten, bevor das erste Ei gelegt wurde, nahm die Anzahl der Paarungen zu und das Band zwischen Männchen und Weibchen wurde intensiver. In den kommenden Wochen wird das Weibchen kaum den Nistkasten verlassen, während das Männchen für ausreichend Nahrung sorgen muss. Das Weibchen benötigt pro Mahlzeit circa 70g Nahrung – dies entspricht drei wohlgenährten Feldmäusen oder sieben Spitzmäusen (Spitzmäuse wiegen circa 10g, Waldmäuse bringen circa 20g auf die Waage, während Feldmäuse mit 15-30g zu Buche schlagen).

Anfang Juni erwarten wir das erste Küken, wenn alles gut und nach Plan verläuft.

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Endlich Ruhe im Kasten

Im Moment heisst es aabwarten, bis das erste Ei gelegt wird. Das Männchen tut bereits sein Bestes,in Form von Paarung und Beuteübergaben.

Normalerweise sucht das Männchen einen geeigneten Brutplatz in einer Gegend, welche ausreichend Nahrung bietet (bei Schleiereulen: viele Mäuse). Danach versucht es, ein Weibchen dort hin zu locken, mit lauten Balzrufen. Aber in den vergangenen Tagen liess sich das Gegenteil beobachten: es war bereits ein Weibchen anwesend. Wahrscheinlich ist das Männchen, welches im Vorjahr den Kasten bewohnt hat, verunglückt oder hat sich einen anderen Brutplatz gesucht.

Plötzlich erschien ein neuer, junges Männchen, wahrscheinlich auf der Suche nach einem geeigneten Ort zum nisten. Als das Weibchen den Kasten wieder aufsuchte, demonstrierte das Männchen ein aggressives Verhalten - es sollte den "Eindringling" verjagen. Jedoch liess sich das Weibchen nicht vertreiben, sondern näherte sich an (mit Balzverhalten und -lauten), woraufhin das Männchen wohl nicht so recht wusste, wie es reagieren sollte.

Nach ein paar Tagen "klickte" es aber zwischen den beiden - danach wurde sich ausgiebig gepaart und das Männchen übergab Beute-Mäuse. Das Weibchen muss nun in gute Kondition kommen, um Eier legen zu können. Vorallem die eiweisreichen Feldmäuse sind hier von grosser Wichtigkeit.

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Streiterei

Auch wenn es meistens recht ruhig ist im Schleiereulen-Nistkasten, so war kürzlich doch ein heftiger Kampf zwischen zwei Schleiereulen zu sehen. Es kann fast nicht anders, als das es hier um eine Auseinandersetzung zwischen einem der „Bewohner“ des Kastens und einem „Wohnungssuchenden“ ging. Diese Territoriumsstreits passieren häufiger und gehen, wenn nötig, bis zum Äussersten, weshalb manchmal in der Nähe von Niststellen auch tote Schleiereulen aufgefunden werden. Die Eindringlinge, insofern sie die Auseinandersetzung gewinnen, machen es sich dann einfach im Nestkasten gemütlich.

Zum Glück lief es in diesem Fall weniger dramatisch ab und der Eindringling konnte vertrieben werden, ohne dass ernsthafte Verletzungen davon getragen wurden.   

Werden es in diesem Jahr doch Dohlen?

Die Dohlen sind immer mehr damit beschäftigt, den Kasten mit Ästen und Zweigen zu füllen. Aus diesen können sie sich dann letztendlich ein Nest bauen.

Doch was bedeutet dies für die Schleiereulen? Diese finden zu viel Ast- und Zweigwerk im Nest nicht allzu gemütlich. Sollte dieser also allzu sehr gefüllt werden, kommt er für sie nicht mehr als geeignete Brutstätte in Frage. Im Winter, wenn die Nistkästen gereinigt werden, wird das überflüssige Material entfernt, sodass die Schleiereulen in der darauffolgenden Brutsaison wieder ein „sauberes“ Nest vorfinden.

Prävention: Wenn man verhindern möchte, dass Dohlen oder Tauben im Kasten nisten, dann sollte man den Tunnel zum Kasten verlängern – so können Dohlen weniger gut ihr gesammeltes Ast- und Zweigwerk in das Innere das Kastens ziehen.

Kann man die Nester von Dohlen und Tauben nicht einfach entfernen? Auch Dohlen und Hohltauben sind geschützte Arten. So dürfen ihre Nester nicht einfach ohne Weiteres entfernt werden.

 

Wird die Schleiereule in diesem Jahr noch brüten?

Schleiereulen können in allen Monaten brüten. Ein Hauptkriterium hierbei ist, wie viel Futter zur Verfügung steht - denn ausreichend Nahrung ist für die Eiproduktion und das Aufziehen der Jungen von höchster Wichtigkeit. So kann es vorkommen, dass auch ausserhalb des Frühlings Schleiereulen-Junge zur Welt kommen.

Manchmal mehrere Gelege per Jahr

Schleiereulen brüten manchmal auch zu mehreren Zeitpunkten. Jungen des zweiten oder sogar dritten Geleges schlüpfen erst später im Jahr und fliegen umso später aus. So können in guten „Mäusejahren“, wenn genug Mäuse als Nahrungsquelle zur Verfügung stehen, selbst noch im Dezember Jung-Schleiereulen beobachtet werden.

Besteht Hoffnung für diesen Nistkasten/ diese Nistkasten-Webcam?

Die meisten Gelege (ca. 70%) werden im April und Mai gezählt. Dass die Schleiereule jetzt noch nicht brütet, ist somit nicht sehr beunruhigend. Wir müssen einfach Geduld haben und auch ein mildes Frühjahr mit wenig Regen und vielen Mäusen hoffen.

 

Gibt es genug Futter?

Der Körper braucht zum Produzieren der Eier ausreichend Energie – das Weibchen muss sich hierfür somit in guter Kondition befinden, was auch heisst, dass genug Beutetiere vorhanden sein müssen.

Das Paar findet vor der neuen Brutsaison zusammen, aber wann kommen dann die ersten Eier? Dies hängt stark davon ab, wieviel Mäuse das Männchen dem Weibchen zum Nest bringt. Am besten eignen sich auch „eiweissreiche“ Mäuse, wie die Feldmaus. Ab und an wurden auch Spitzmäuse zum Weibchen gebracht. Diese weist i.d.R. ein Gewicht von 10 bis 15 Gramm auf, was nicht sehr viel ist. Es stellt sich also die Frage, ob sich genug Feldmäuse in der Nähe befinden. Falls nicht, kann es lange dauern, bis das erste Ei gelegt wird. Es wurde im Nistkasten auch noch nicht gepaart und das Weibchen ist oftmals nur kurz im Kasteninneren anzutreffen. Im März ist der Bestand an Feldmäuse oftmals am niedrigsten; die Fortpflanzung kommt dann langsam wieder „auf die Sprünge“. Hierbei muss man etwas Geduld haben denn das Feldmausweibchen ist durchschnittlich drei Wochen lang trächtig, die Jungen sind nach vier Wochen geschlechtsreif. Ein wichtiger Faktor hierbei ist auch, wie viele Feldmäuse den Winter überlebt haben.

Wir werden gespannt beobachten, ob demnächst die erste Paarung im Nistkasten stattfindet und ob das Männchen danach mehr und grössere Beute anschleppt.

Schleiereule

Endlich lässt sich die Schleiereule im Nistkasten beobachten. Jetzt hoffen wir, dass schnell ein Pärchen im Kasten brütet – da heisst es „abwarten und Tee trinken“.

 

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Steckbrief

Schleiereule (Tyto Alba)

Die Schleiereule ist eine sehr helle, langbeinige Eule, die keine Federohren aufweist. Auffällig ist ihr herzförmiges Gesicht und die verhältnismäßig kleinen, schwarzen Augen. Das Gefieder ist oberseits gelbbraun und unterseits weiß und ist mit dunklen Pünktchen überzogen. Sie besitzt lange spitze Flügel, die angelegt den Schwanz überdecken. Das Weibchen ist etwas größer als das Männchen.

In Europa gibt es zwei Farbvarianten: Im westlichen und südlichen Europa gibt es die beschriebene helle Farbvariante während die Schleiereulen im nördlichen und östlichen Europa dunkleres Gefieder aufweisen. 

Eigenschaften

Maße

ca. 33 - 35 cm, Flügelspannweite 85 - 95 cm.

Gewicht
ca. 300 - 350 g

Verbreitung
Schleiereulen kommen in Europa, Asien, Nordamerika, Afrika und Australien vor. Sie leben in enger Nachbarschaft zum Menschen und benötigen zur Jagd offene Landschaften, bevorzugt Dauergrünlandflächen.

Nest
Ein Nest baut sie sich in hohle Bäume oder häufig auch in Gebäuden an störungsfreien, dunklen Stellen, auf Dach- und Heuböden, in Kirchtürmen und alten Bauwerken. Sie nisten auch in speziellen Brutkästen.

Jungtiere
Ab Mitte April werden 3 - 12 Eier gelegt. Nach 30 - 34 Tagen schlüpfen die Jungen, die nach ca. 60 Tagen das Nest verlassen. Die Jungeulen werden noch einige Zeit mit Nahrung versorgt und verlassen mit 3 Monaten das elterliche Revier.

Futter
Sie ernährt sich vorwiegend von Kleinsäugern wie Feld- und Spitzmäusen. Daneben werden auch Vögel und vereinzelt Amphibien, Reptilien und Großinsekten erbeutet. Unverdauliches wie Knochen u. Haare werden in Form von so genannten Gewöllen ausgewürgt

Gesang
Der Ruf der Schleiereule ist deutlich zu hören - ein lang anhaltendes und plötzlich verstummendes Kreischen.
Beim Balzruf hört man schnarchende und gluckernde Laute.

Besondere Kennzeichen
• Typisch für diese Art ist ihr herzförmiger, weißer Gesichtsschleier.
• Erst bei Dunkelheit beginnt für sie die Jagd nach ihrer Beute.
• Grosse Bestandesschwankungen: In strengen Wintern mit mangelndem Nahrungsangebot gehen die Bestände der Schleiereulen stark zurück.

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