Waldkauz (Strix aluco)

 

Waldkauz

Die Webcam-Saison 2016 ist nun offiziell beendet. Vielen Dank an diejenigen, die die erste Vivara Webcam-Saison mit uns miterlebt haben. Zusammen haben wir viel mit den von den Kameras beobachteten Vögeln miterleben können - Nestbau, Balz, Eierlegen, Ausbrüten, Jungen grossziehen...

Viele schöne Moment waren dabei; wir hoffen, Sie hatten viel Freude daran! Wir von Vivara hoffen, dass die Zusammenarbeit nächstes Jahr fortgesetzt werden kann, sodass wir Ihnen auch im Frühjahr 2017 wieder tolle Webcam-Übertragungen und Hintergrundinformationen hierzu zur Verfügung stellen können.

Nachtrag zum dritten Ästling

Viele haben vermutlich morgens eingeschaltet und nur noch den leeren Nistkasten gesehen. Denn: das dritte Küken hat mitten in der Nacht, gegen zwei Uhr, den Kasten verlassen.

Im folgenden Video ist zu sehen, wie sich das Küken gegen 2:18 Uhr entgültig nach draussen getraut. Rund drei Stunden hat es auf dem Ast neben dem Nistkasten verweilt. Gegen 5 Uhr kam das Weibchen mit einer Beute zum Nistkasten und schien verwundert, dass das jüngste Küken nicht aufzufinden war (sie schien es beim Anflug nicht direkt neben dem Nistkasten gesehen zu haben). Sie wird jedoch schnell auf das Küken aufmerksam und überreicht ihm die Beute. Als das Weibchen später noch einmal mit einem gefangenen Frosch vorbei kommt, scheint das Jugne wenig begeistert - es nimmt die Beute nicht an.
Später verschwindet erst die Mutter und dann auch das Küken aus dem Bild. 

 

 

Waldkauz

Auch das dritte Küken hat sich "heraus gewagt"

Nachdem die ersten beiden Küken bereits den Nistkasten verlassen hatten, hat es bei dem  Dritten noch ein wenig gedauert, bis es den "Sprung nach draussen" geschafft hat. Zwischenzeitlich wurde das Nesthäkchen nachts noch gefüttert - vielleicht hat es auch einfach genossen, dass der ganze Platz und alles, was zum Kasten gebracht wurde, nun für es allein war? 

 

 

Ästlinge entdecken die weite Welt

Samstagabend 30. April um ca. 21.30 Uhr verlässt der erste junge Waldkauz den Nistkasten. Er wird nun nicht mehr in den Nistkasten zurückkehren. Junge Waldkäuze, die den Kasten verlassen haben, werden nicht umsonst Ästlinge genannt. Sie sind noch recht flugunfähig, werden aber (auf Ästen sitzend) von den beiden Vogeleltern betreut bzw. gefüttert, bevor sie selbständig Beute fangen müssen. Hierzu wird ihnen noch die Fangtechnik von den Eltern angelernt.
Wir können/konnten den jungen Waldkauz noch einige Zeit auf dem Zweig - angebracht vor dem Nistkasten - beobachten. Auf dem folgenden Bildmaterial ist zu sehen, wie Mutter Waldkauz dem Ästling eine Maus bringt und wie er einige Stunden später seine Umgebung näher erkundet, aufs Dach klettert und letztendlich in die Freiheit springt. Jetzt ist er für uns leider nicht mehr im Bild... und mittlerweile hat auch schon der 2. Jungkauz den Nistkasten verlassen und die weite Welt entdeckt. Bleibt nur noch ein Käuzchen übrig. Wir realisieren uns, dass wir bald einen leeren Kasten vorfinden werden. Also geniessen Sie mit uns noch die Anwesenheit des „Nesthäkchens“, solange es noch kann.

 

Nanu, was haben wir denn da?

Die Küken werden immer grösser und schauen des Öfteren auch mal aus dem Kasten hinaus. Bald werden sie vermutlich den Nistkasten verlassen und noch eine Weile als Ästling in der Nähe verweilen.

 

Neue, alte Routine

Jetzt, wo die Küken deutlich grösser sind, sind die Elterntiere wieder zur gewohnten Routine übergegangen. Tagsüber ruhen sie, nun wieder ausserhalb des Nistkastens (aber immernoch im eigenen Territorium), während sie nach Dunkelheitsanbruch auf die Jagd gehen. Sie verlassen den Unterschlupf tagsüber in der Regel nur, wenn sie sich gestört oder bedroht fühlen. Kurzum: Sie sind wieder vorwiegend nachaktiv. 

Dies ist kein Grund zur Sorge, denn am Abend oder in der Nacht versorgen die Eltern den Nachwuchs weiterhin mit gefangener Beute, wie Mäusen oder kleinen Vögeln. 

Diese Nacht, gegen 0:10 Uhr wurden innerhalb einer Minuten zwei Mäuse an die Küken "übergeben". Wie man sieht, sind diese mittlerweile so gross (und wild), dass sie den ganzen Kasten in Beschlag nehmen. Auch der "Futterneid" scheint deutlich grösser geworden zu sein; so wird sich um die frische Beute gestritten.

 

 

 

Beringung

Gestern wurden die Jungen beringt; dies wurde schnell und vorsichtig von Experten der Raubvogelarbeitsgruppe Roerstreek vorgenommen. Dies Jungen wurden hierbei nur vorsichtig aus dem Kasten genommen, beringt und zurückgesetzt. Hierbei kann man leider noch nicht das Geschlecht der Küken feststellen, jedoch das Gewicht und Flügelmass:

Das älteste Küken: Gewicht – 304 g, Flügel – 133 mm

Das Zweitälteste: Gewicht – 280 g, Flügel – 131 mm

Das Jüngste: Gewicht – 264 g, Flügel – 117 mm

Das Weibchen wiegt übrigens aktuell 485 g; die Jungen können somit durchaus noch ein wenig zulegen.

Warum die Vögel beringt werden, können Sie in unserem Webcam-FAQ nachlesen: https://www.vivara.de/webcams-faq

 

Unsere Ästlinge

Das Erstgeborene Küken ist nun 21 Tage alt und deutlich gewachsen. Die Zehen und Krallen der Jungen sind schön früh ausgewachsen . Trotzdem stehen sie noch nicht richtig auf ihnen, sondern auf dem Tarsus.

Wir nennen junge Eulen und Käuze „Ästlinge“, da sie den Nistkasten schon verlassen, obwohl sie noch nicht richtig fliegen können. Sie sitzen dann erst auf einem Vorsprung oder Ast, bevor sie zwischen der Begrünung Schutz suchen. Hierbei – oder auch bei ersten Flugversuchen - können sie auch zu Boden fallen, aber dadurch, dass die Füsse schon entwickelt sind, können sie – auch unter Verwendung des Schnabels - wieder den Weg nach oben finden. Es kommt regelmässig vor, dass Menschen Ästlinge finden und dann zu einer Auffangstation bringen. Das ist NICHT gut, die beste Lösung ist, den Ästling vorsichtig in einen dichten Strauch oder Busch zu setzen, nahe dem Ort, wo er gefunden wurde. Wenn es dann dunkler wird, hören die Eltern die Rufe des Jungen. Der Ästling wird dann auf dem Boden weiterhin von den Eltern mit Nahrung versorgt, insofern er nicht eigenständig nach oben klettern kann. (Ist der Ästling verletzt, ist dies eine andere Geschichte).

Denn: Die Fähigkeiten, die eine junge Eule oder ein junger Kauz lernen muss, um in der freien Natur überleben zu können, können nur durch die Elterntiere gelehrt werden.

Allgemeine Hinweise, was bei gefunden Vögeln zu tun ist, hier  Mehr über die verschiedenen Stadien, in denen es vorkommt, dass man ein Eulen- oder Kauzküken ausserhalb des Nestes antrifft, und was dann zu tun ist, hier 

 

Schnell am wachsen

Das Bild spricht für sich :)

 

Übersicht der Brutperiode (vom 26.02.16 bis einschliesslich 28.03.16)  

Eier und Küken

Das erste Ei wurde am 26.02.16 um 16:54 Uhr gelegt  

Das zweite Ei wurde 57 Stunden später, am 29.02.16 um 01:47 Uhr gelegt.

Das dritte Ei wurde 61 Stunden später, am 02.03.16 um 15:11 Uhr gelegt.

Das erste Küken schlüpfte am 29.03.16, um 06:25 Uhr, nach 757 Stunden Ausbrüten.

Das zweite Küken schlüpfte am 29.03.16, um 09:45 Uhr, nach 704 Stunden Ausbrüten.

Das dritte Küken schlüpfte am 31.03.16, um 10:54 Uhr, nach 692 Stunden Ausbrüten.

Die durchschnittliche Zeit des Ausbrütens lag bei 718 Stunden.

 Beute

Während der Brutperiode hat das Männchen 62 Mal Beute zum Nistkasten gebracht.

Darunter waren 48 (77%) Mäuse mit langen Schwänzen, vier (6%) Mäuse mit kurzen Schwänzen,  eine Ratte (2%), acht Mal ein Vogel (13%) und eine nicht identifizierbare Beute (2%).

Vier der Vogelbeuten konnten identifiziert werden: zwei Kohlmeisen, ein Rotkehlchen, eine Amsel.

Die Beuten wurden zu folgenden Uhrzeiten übergeben:

0:00 - 1:00 (9x)                           20:00 - 21:00 (4x)

1:00 - 2:00 (4x)                           21:00 - 22:00 (4x)

2:00 - 3:00 (4x)                           22:00 - 23:00 (7x)       

3:00 - 4:00 (7x)                           23:00 - 24:00 (4x)

4:00 - 5:00 (4x)

5:00 - 6:00 (5x)

6:00 - 7:00 (3x)

Während der Brutperiode hat das Weibchen durchschnittlich 1,9 Beuten pro Tag bekommen.

 Nistkastenbesuche

Die Nistkastenaufenthalte des Weibchens belaufen sich in dieser Periode zwischen 1052 min (73%) und  1426 min (99%). Am 26.03.16 hat das Weibchen den Kasten für 14 Minuten verlassen, verteilt auf zwei kurze Ausflüge.

Ab Tag 4 (das zweite Ei) hielt es sich täglich ca. 1330 Minuten (93%) im Kasten auf.

Durchschnittlich, über die ganze Brutperiode verteilt, hielt es sich täglich 1370 Minuten im Nistkasten auf (95%).  

 Was sonst noch auffiel

* Ab dem 20.03.16 schienen schon die ersten leisen Piepser zu hören gewesen zu sein. Nicht deutlich war, ob diese von den Küken in den Eiern, vom Weibchen oder von draussen kamen.

*Am 27.03.16 hat sich eines der Eier bewegt. Zudem “unterhielt” sich das Weibchen mit den Eiern, die leise antworteten.  

* Am 28.03.16 kommunizierte das Weibchen  wieder mit den Eiern, die nun besser hörbar reagierten. Sie waren sehr gut zu vernehmen, als das Weibchen den Nistkasten kurz verliess.

 

Drei Küken: Eine Rekapitulation

Die Waldkäuze sind immer für eine Überraschung gut. Letzte Woche war dann nämlich auch endlich das dritte Küken geschlüpft, obwohl man fast damit gerechnet hatte, dass dies eventuell nicht gut geht (wie zuvor berichtet).

Zuerst war auf Basis vorheriger Jahre ausgerechnet worden, dass das erste Ei nach ungefähr 715 Stunden (29 Tage und 18 Stunden) schlüpfen sollte. Aber dies ist nicht so passiert… Das erste Küken wurde nämlich nicht am Ostersamstag, sondern am Dienstag danach, um 6:25 Uhr, gesehen. Wenn wir davon ausgehen, dass es sich bei diesem Küken um den Bewohner des zuerst gelegten Eis handelt, dann betrug die Ausbrützeit, 31 Tage und 13 Stunden (757 Stunden). Gleich danach wurden wir von dem zweiten Küken überrascht, welches schon drei Stunden später gesichtet wurde! Hier müsste die Ausbrützeit bei 29 Tagen und 8 Stunden gelegen haben (704 Stunden).

Donnerstagabend um 4:35 Uhr war es dann auch endlich für das dritte Küken soweit! Um diese Zeit konnte man bereits Brüche in der Eierschale wahrnehmen; wenig später in den Morgenstunden muss es den Weg nach draussen geschafft haben. Jedoch war es nicht einfach zu sehen, denn Mutter Waldkauz bewegte sich so gut wie gar nicht von ihrer Position über den drei Küken hinfort; selbst die Fütterung fand mit den Jungen unter Bauch und Flügeln statt. Um 10:54 Uhr liess sich dann beobachten, wie eine der Eierschalen gefressen wurde; erst um 21:45 Uhr am Abend liessen sich die drei Schnäbelchen der Küken erblicken. Dann war sicher: es sind in der Tat drei Küken geschlüpft! Jedes der Eier war somit richtig befruchtet und ausgebrütet worden.

Wenn man das Auffressen der Eierschale am Morgen als Ausgangszeit für das Schlüpfen nimmt, liegt die Ausbrützeit des zuletzt geschlüpften Kükens bei 28 Tagen und 20 Stunden, ca. 629 Stunden insgesamt. Dies ist fast zehn Prozent weniger Zeit, als beim ersten Küken.

 

Alle drei Küken

Am 31. März waren endlich alle drei Küken zu sehen - das dritte Küken hatte also auch endlich sein Ei verlassen. Zuletzt hatten wir usn ein wenig Sorgen gemacht, da es im Vergleich zu seinen beiden Geschwistern etwas auf sich warten liess. In diesem Video sind alle drei kleinen Köpfe und Schnäbel unter dem Muttertier zu sehen:

 

Die ersten Küken

Die Waldkäuze haben vorgelegt. Gestern Morgen um 6:25 Uhr war es so weit: Das erste Waldkauzküken erblickte das Licht der Welt. Und es ging weiter, denn um ca. 9:45 Uhr schlüpfte auch schon das zweite Küken!

Es ist noch nicht deutlich, wie es sich mit dem dritten Ei verhält; wenn das Küken schlüpfen sollte, liegt die Dauer des Ausbrütens bei 32 Tagen (gezählt ab dem ersten Ei). Normal beträgt diese zwischen 28 und 30 Tagen, sodass wir eigentlich ein „Osterküken“ hätten sehen müssen. Es kann sein, dass das erste Ei nicht gut befruchtet wurde; dann würde hier kein Küken mehr schlüpfen. Sollte jedoch ein drittes Küken schlüpfen, ist die Ausbrützeit schlichtweg länger als der Durchschnitt. Als bleibt also abzuwarten, was mit dem dritten Ei – oder vielleicht war es auch das zuerst gelegte Ei – geschieht.

 

Küken gesichtet

Ab 0:40 sieht man, wie sich das Küken unter dem Muttertier bewegt. Ab 0:45 ist das Küken für einen Moment beinahe komplett sichtbar.

Ei, Ei, Ei

Es sieht danach aus, als würde bald das erste Küken schlüpfen! Während der Ostertage konnte man beobachten, wie das Ei „von selbst“ rollt. Auch ein zartes Gepiepse, als das Waldkauzweibchen den Nistkasten verliess, konnte wahrgenommen werden. Es sieht also so aus, als würde da jemand schon eifrig am Durchbruch arbeiten.

In diesem Video ist sichtbar, wie das vorderste Ei ohne Ausseneinwirkung ein wenig nach vorne rollt (bei circa 0:16):

 

Wie fängt der Waldkauz seine Beute

Waldkäuze sind ausgezeichnete, sehr effektive Jäger. So können sie zum Beispiel geräuschlos fliegen und sich so ihrer Beute unbemerkt annähern. Dies können sie, da die am vorderen Rand der Handschwingen ihrer Flügel kleine Fetalhaarkleid-ähnlichen Flaum aufweisen. Hierdurch wird der Luftstrom in kleine Luftstrudel-Einheiten durchbrochen, was dafür sorgt, dass der Luftstrom in verschiedene Richtungen geleitet wird. So entsteht keine Luftwelle. Zudem sind Waldkäuze wendige Flieger, die sich gut zwischen Bäumen durchmanövrieren können.

Die Augen des Waldkauzes stehen starr in der Augenhöhle, sodass die Tiere sehr gut von Weitem einzoomen können; entgegengesetzt können sie von Nahmen nicht allzu scharf sehen. Um in andere Richtungen zu schauen, müssen sie ihren Kopf drehen; dies ist bis zu einer Drehung von 270 Grad möglich und erlaubt ein grosses Blickfeld.

Auch die Ohren sind bei der Jagd von grosser Wichtigkeit. Von allen wahrgenommenen Geräuschen formt sich das Waldkauz ein akustisches Gesamtbild; ähnlich, wie wir das mit unseren Augen tun. Die Ohröffnungen sitzen links und rechts nicht exakt auf einer Höhe, so können sie vertikale und horizontale Geräusche exakt einordnen, woher dieses Geräusch kommt. Wenn der Waldkauz über Tag schläft, kann er seine Ohren verschliessen, andernfalls würde er durch den täglichen Lärm sehr gestört.Waldkauze, die an einem viel befahrenen oder belaufenen Weg brüten, haben ihre Ohren mehr verschlossen, als ein Waldkauz, der in einem stillen Wald brütet. So kann es sein, dass man sich einem der Waldkauz-Nistkästen unbemerkt annähern kann – denn unter Umständen hört der schlafende Waldkauz einen nicht ankommen.

Kein viertes Ei

Das Waldkauzweibchen tut so als ob… Wie auch schon am 24. Februar sah es heute so aus, als würde noch ein Ei gelegt werden – was jedoch nicht der Fall war. Das Weibchen liegt dann in einer flachen Haltung im Kasten, während seine Atmung schwerer wird. Man sollte meinen, sie ist eine gute Schauspielerin, aber dies ist nicht der Fall. Jedoch haben wir leider keine Antwort auf die Diskrepanz zwischen dem typischen Legeverhalten und dem Fehlen eines Eis.

Bei dem im letzten Jahr beobachteten Waldkauz-Paar wurden – als die zwei Jungen geschlüpft waren – insgesamt 248 Beuten wurden zum Nistkasten gebracht. Dies erscheint im ersten Moment viel, jedoch werden die Jungen nach Verlassen des Nests noch für circa zwei Monate weiter mitgefüttert.Zuerst bringen die Elterntiere die Beute zu den schreienden Küken, aber sobald diese schone in wenig flattern können, beginnen die ersten Flugstunden. Das Kauzweibchen ruft dann die Jungen, um sie wissen zu lassen, dass es Futter gibt – quasi wie bei uns der Ausruf „Essen ist fertig!“. Danach folgen die Jagdstunden, welche für uns schwieriger zu verfolgen sind, da dann keine deutlich wahrnehmbare Ausrufe erfolgen. Sobald die Jungen in der Lage sind, eigenständig Beutetiere zu fangen, müssen sie das Territorium verlassen und sich an einem anderen Ort niederlassen. Hiernach ist es i.d.R. sehr ruhig im Territorium der Eltern; diese erholen sich von dem ganzen Trubel.

Wenn sich unter den Jungvögeln Männchen befinden, ist es interessant, zu verfolgen, wie sie versuchen, die Rufe ihre Vaters nachzuahmen. Am Anfang klappt dies nicht so wirklich, aber nach einer gewissen Zeit verbessern sie sich darin. Für die weiblichen Tiere, sind die schrilleren Rufe der Mutter leichter zu erlernen.

Breaking News: Das dritte Ei ist gelegt!

Heute nachmittag wurde das dritte Ei gelegt - wir vermuten, dass es gegen 11 Uhr gelegt wurde. Gesichtet wurde es sehr deutlich um kurz nach 15 Uhr, als sich das Waldkauz-Weibchen kurz erhoben hat.

Das zweite Ei ist gelegt – Zeit also, die Ereignisse zusammen zu fassen!

Zwischen dem Legen der beiden Eier sind fast 57 Stunden vergangen: das erste Ei wurde am Freitag, den 26.02.2016, um 16:54 Uhr, gelegt und das zweite Ei am Montag, den 29.02.2016, um 01:47 Uhr.

Im Jahr 2015 vergingen zwischen dem ersten und zweiten Ei 62 Stunden und 45 Minuten - also sechs Stunden mehr! Zudem wurde im Vorjahr kein drittes Ei gelegt. Sollte dies in diesem Jahr der Fall sein - und geht man davon aus, dass der Zeitabstand ähnlich ist – könnten wir das dritte Ei bereits am Morgen des 02.03.2016, ca. 11 Uhr, erwarten…und ein viertes Ei am 04.03.2016 um circa 20 Uhr…Aber es bleibt abzuwarten, die Natur lässt sich nicht so leicht voraussagen.

Es lässt sich sagen, dass ein gewisses Maß an Abweichung zwischen den Jahren, aber auch zwischen den Eiern, herrscht. Im letzten Jahr schlüpfte das erste Küken nach 715 Stunden und das zweite Küken nach 690 Stunden, also mehr als einen Tag früher! Eine der Ursachen hierfür kann sein, dass das Waldkauzweibchen nach dem ersten Ei länger im Nistkasten verweilt und das zweite Ei somit intensiver ausgebrütet wird als das Erste. Dies war im letzten Jahr zu beobachten: das Weibchen blieb stets länger im Nistkasten, als Zeichen dafür, dass das erste Ei bald gelegt werden würde. An dem Tag, als das erste Ei gelegt wurde, verbrachte das Waldkauzweibchen 10% der Zeit im Nistkasten.

Dieser Vorgang war in diesem Jahr anders zu beobachten. Am 22.02.2016, bereits vier Tage vor dem ersten Ei, hat das Waldkauzweibchen bereits 10% der Zeit im Nistkasten verbracht. Am 24.02.2016, um 08:36 Uhr, schien das erste Ei gelegt worden zu sein, wurde aber nicht gesichtet. Das Weibchen verbrachte dann 50% seiner Zeit im Nistkasten. Es verweilte dort immer länger und 56,5 Stunden später, am Tag an dem tatsächlich das erste Ei gelegt wurde, befand sich das Weibchen 75% der Zeit im Nistkasten – beim zweiten Ei sogar 95%!

Wenn das erste Ei 30 Tage zum Ausschlüpfen benötigen würde, würde das Küken an Ostern schlüpfen – dies wäre doch ein schöner Zufall?

Aber es gibt auch einige Regelmässigkeiten, die zu beobachten sind. Die Zeitpunkte, an denen das Weibchen des Nistkasten verlässt, sind noch relativ regelmässig. Täglich um circa 18:45 Uhr, ungefähr eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang, verlässt es den Kasten.

Hier eine Auflistung der beobachteten „Ausflüge“:

24. Feb. 18:41 Uhr

25. Feb. 18:35 Uhr

26. Feb. Kein Ausflug

27. Feb. 18:35 Uhr

28. Feb. 18:36 Uhr

29. Feb. 18:41 Uhr

1. März 18:36 Uhr

2. März 18:38 Uhr

Es gibt also, auch wenn die Küken noch nicht geschlüpft sind, einiges zu beobachten!


Feb 29.02.2016 

Das zweite Ei ist da

Pünktlich zum Schalttag wurde in der Nacht das zweite Ei gesichtet - ein wahres "Schalttag-Ei" also!  Heute gab es auch direkt zweimal eine Beuteübergabe - das erste Mal wurde das Beutetier vom Weibachen draussen verspeist, während es bei der zweiten Beuteübergabe nicht im Nistkasteninneren anzutreffen war.


Feb 27.02.2016 

Das erste Ei ist da

Gestern rund 17 Uhr war es endlich soweit - das erste Ei wurde gelegt. In den Stunden vor der Eiablage war Frau Waldkauz sehr unruhig. Laufend in Bewegung, ihren Kopf runddrehend und an den Schrauben im Kasteninnern knabbernd. Gegen 20 Uhr bekam sie vom Männchen eine Waldmaus zum Abendessen. Diese wurde allerdings erst später in der Nacht verzehrt...

Und doch stellt sich die Frage, warum es am Mittwoch erst so schien, als ob ein Ei gelegt werden würde, es aber nicht der Fall war. Dies ist gerade das Interessante an einer Nistkasten-Webcam – wir bekommen Dinge zu sehen, die wir normalerweise nicht beobachten könnten.

Jetzt ist das Warten auf das zweite Ei angesagt. Im Gegensatz zu den Singvögeln legen Waldkäuze nicht jeden Tag ein Ei: Letztes Jahr dauerte es 62,15 Stunden, bevor das zweite Ei gelegt wurde. Die Anzahl der gelegten Eier hängt wiederum von der Anzahl der Mäuse und der Jagdfähigkeiten des Männchens ab. Es wurde von Gelegen berichtet, die sieben Eier beinhalteten, von denen fünf Küken geschlüpft sind. Aber es sind auch Gelege von nur einem Ei, mit einem geschlüpften Küken bekannt. Durchschnittlich (Stand der letzten 15 Jahre) legt ein Waldkauz zwischen 2 und 4 bis 3 und 8 Eiern. Dies hängt, wie bereits erwähnt, natürlich vom Nahrungs- und Nistplatzangebot ab. Da Waldkäuze zudem nicht fortziehen, kontrollieren sie selbst zu einem bestimmen Masse, wie viel Nachwuchs zur Welt gebracht wird, um das Revier nicht zu „übervölkern“.

Es bleibt also spannend!

Subtile Veränderung im Verhalten des Waldkauzes

In den letzten Tagen liessen sich ein paar Veränderungen im Verhalten des Waldkauz-Weibchens erkennen. Es scheint, dass bald das erste Ei gelegt wird!

In der ersten Woche nach Aufstellen der Kamera lockte das Männchen das Weibchen mit Balzgeräuschen in das Innere des Kastens. Danach veränderte sich das Rollenverhalten und das Weibchen rief vom Kasten aus nach dem Männchen, welches ihr Beute zum Verzehr brachte. Die Übergabe des erbeuteten Futters geschah zwar im Inneren des Nistkastens, wurde jedoch ausserhalb verzehrt.

In den letzten Tagen blieb das Weibchen immer mehr im Nistkasten, nicht nur mehrere Male per Nacht, sondern auch länger. Und wenn sie sich im Kasten befindet, schiebt sie immer mehr eine Nestmulde in das im Nistkasten liegende Material oder bewegt sich unruhig im Kasten umher. Und auch jetzt ruft sie nach dem Männchen, nicht mehr mit speziellen Balzrufen, sondern mit dem normalen „Kwiep“-Laut. Wenn das Männchen Beute hat, dann bringt es diese brav zum Nistkasten. Das Männchen verweilt nicht lange beim Kasten und verlässt die Stelle nach der Beuteübergabe schnell wieder.

Mittlerweile wird die gebrachte Beute auch nicht mehr ausserhalb des Nistkastens aufgefressen, sondern das Weibchen verweilt im Inneren – ob bald die ersten Eier gelegt werden?

 

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Steckbrief

Waldkauz (Strix aluco)

Der Waldkauz hat einen runden Kopf mit dunklen Augen und keine Federohren. Das Gefieder weist eine rindenartige Tarnfärbung auf. Seine Flügel sind im Vergleich zu anderen Eulenarten eher kurz, breit und gerundet. Es kann vorkommen, dass Paare mit unterschiedlicher Färbung Junge mit beiden Farbvarianten haben. 

Eigenschaften

Maße
38 cm

Verbreitung
Der Waldkauz ist ein häufiger Brutvogel in Mitteleuropa und kommt in Wäldern, Parks, auf Friedhöfen, in Alleen und Gärten mit altem Baumbestand vor.

Nest
Brutzeit: März bis Juli, 1 Brut. Bevorzugte Nistplätze sind Baumhöhlen in alten Beständen, bisweilen Felsnischen sowie alte Krähen- oder Greifvogelnester oder entsprechend große Nistkästen.

Jungtiere
In der Regel legen sie zwischen 3 und 6 weiße Eier, manchmal auch mehr, die allein vom Weibchen etwa einen Monat bebrütet werden. Bereits mit etwa 30 bis 35 Tagen verlassen die Jungvögel die Höhlen und wandern im Geäst herum („Ästlinge“), obwohl sie noch nicht fliegen können. Beide Eltern versorgen sie aber noch gut 2 bis 2 ½ Monate.

Futter
Kleintiere wie Wühl- und echte Mäuse, Spitzmäuse, Vögel, Frösche, Käfer oder Regenwürmer.

Gesang
Der Ruf des Waldkauzes ist das vom Männchen geäußerte langgezogene, heulende „Huh-Huhuhu-Huuuh“ Das Weibchen gibt ein rauhes „Kuwitt“ von sich. Waldkäuze beginnen ihre weithin hörbaren Balzgesänge schon im Spätsommer und lassen diese vor allem auch von November bis Februar hören.

Besondere Kennzeichen
Haben sich Waldkäuze einmal verpaart, bleiben die Paare in lebenslanger, monogamer Gemeinschaft zusammen.

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