Die Wildbienen erwachen

Wildbienen helfen

Der Frühling hat deutlich Einzug gehalten und das kann man gut an den blühenden Pflanzen und Bäumen, wie Narzissen, Kirschbäumen, Weiden usw. sehen. Auch die Wildbienen lassen sich erfreulicherweise wieder blicken. Diese kleinen, wichtigen Bestäuber haben sich innerhalb des vergangenen Jahres vom Ei zur Biene entwickelt. Bis September werden hunderte Bienenarten ihre Nester bauen und für Nachwuchs sorgen.

Wildbienen sind auch als Solitärbienen bekannt, da sie alles - von Nest bis Futtersuche bis Eierlegen - alleine machen. Die Wildbienenarten sind sehr divers und spezifisch. So sind die Glockenblumen-Scherenbienen auf eine Glockenblumen-Diät spezialisiert, während die Hahnenfuß-Scherenbiene (Chelostoma florisomne) Butterblumen bevorzugt. Andere Wildbienenarten benötigen spezielles Nistmaterial, wie die Wollbiene, die mit Pflanzenwolle baut, oder die Gemeine Löcherbiene, die Harz verwendet. Andere Wildbienenarten wiederum bauen ihre Nester unterirdisch oder gar kein Nest - die Kuckucksbienen legen, wie der Namensverwandte bei den Vögeln, die Eier in fremden Nestern ab.

Bestäubung

Circa 80% der Pflanzen werden von Insekten bestäubt. Wildbienen tragen hierzu einen großen Teil bei und sind für ihre Wichtigkeit in puncto Bestäubung bekannt. Die Universität Wageningen (Niederlande) hat entdeckt, dass mehr als die Hälfte der gesamten Bestäubung von Apfelblüten durch Wildbienen erfolgt ist. Apfelbäume, die von Wildbienen bestäubt wurden, zeigten einen höheren Ertrag an Früchten - in puncto Gewicht und Qualität. Die Äpfel waren grösser und besser geformt.

Rückgang

Für Wildbienen ist die Verfügbarkeit eines natürlichen Habitats als Nistgelegenheit von großer Bedeutung. Flächenverluste durch Bebauung und Versiegelung, Veränderungen in der Garten- und Landgestaltung sowie der Einsatz von Insektiziden haben unter anderem dazu geführt, dass diese natürlichen Lebensräume abgenommen haben. So geht es der Wildbienenpopulation eher schlecht. Zwar sind die heimischen Wildbienen von der Bundesartenschutzverordnung geschützt, jedoch stehen hunderte von ihnen weiterhin auf der Roten Liste. Es wird vermutet, dass auch Klimaveränderungen eine Rolle in der Bienenvielfalt spielen. So scheint es, als ginge es südlichen Bienenarten besser und als würden sie ihre Habitat Richtung Norden ausbreiten. Andernfalls kann das Klima auch negativen Einfluss haben, zum Beispiel wenn sich die Überlappung zwischen blühenden Pflanzen und Bienenaktivität verschiebt bzw. verringert. Wenn die Bienen zu früh wach werden und die Blüten noch nicht im ausreichenden Maß vorhanden sind, sterben die Bienen an Nahrungsmangel. Eine andere Gefahr ist der ansteigende Meeresspiegel, wodurch die Gegebenheiten für die Pflanzen zu nass werden. Als Konsequenz verschwinden diese Pflanzen - und somit auch eine Nahrungsquelle für Bienen.

Bienenhotels und Blumenweiden

Sie können selbst den Wildbienen eine Hilfe sein, indem Sie für geeignete Nistgelegenheiten und Nahrung sorgen. Dies können Sie zum Beispiel durch das Anbringen eines Bienenhotels und dem Pflanzen von Bienenweiden oder sog. Trachtpflanzen. Fast neunzig Wildbienenarten verwenden Bienenhotels als Nistplatz, darunter die oben genannten Wollbienen, Löcherbienen und Glockenblumen-Scherenbienen. Bienenhotels sollten in Richtung Süden oder Süd-Osten positioniert werden, sodass die ersten Sonnenstrahlen das Bienenhotel erreichen. Zudem ist es wichtig, dass genug blühende Pflanzen in der Nähe sind, sodass genug Nahrung für die Bienen vorhanden ist. Vorzugsweise sollte den ganzen Sommer über Nahrung vorhanden sein - achten sie hierbei auf unterschiedliche Blütezeiten.
Übrigens: Sie müssen keine Angst haben, dass sie von den Wildbienen gestochen werden. Obwohl die Weibchen über einen Stachel verfügen (die Männchen/Drohnen nicht), sind sie – im Gegensatz zu Honigbienen, die ihren Stock verteidigen – friedfertig und verteidigen nicht einmal ihre Nester. Somit ist es äußerst ungewöhnlich, dass Wildbienen Menschen stechen; da sie, im Gegensatz zu z.B. Wespen auch nicht auf der Suche nach Süßigkeiten sind, müsste man sie schon regelrecht dazu „nötigen“, zu stechen (z.B. durch Fangen oder Quetschen).

Weitere Tipps, wie Sie Bienen helfen können, finden Sie hier.

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