Diese Gartenvögel helfen gegen Eichen-Prozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) breitet sich seit den 1990er Jahren zunehmend in Deutschland aus. Ursprünglich vor allem in wärmeren Regionen Südeuropas beheimatet, hat er sich durch milde Winter und den Klimawandel inzwischen in fast allen Bundesländern etabliert. Besonders betroffen sind Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg.

Ein großer Knuddel an Larven des Eichen-Prozessionsspinners an einem BaumastEin großer Knuddel an Larven des Eichen-Prozessionsspinners an einem Baumast

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) breitet sich seit den 1990er Jahren zunehmend in Deutschland aus. Ursprünglich vor allem in wärmeren Regionen Südeuropas beheimatet, hat er sich durch milde Winter und den Klimawandel inzwischen in fast allen Bundesländern etabliert. Besonders betroffen sind Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg.

Die wärmeliebende Art profitiert von steigenden Temperaturen und Eichen-Monokulturen, in denen sie kaum natürliche Feinde hat. Die Zahl der betroffenen Gebiete nimmt jährlich zu, was regelmäßig zu großflächigen Bekämpfungsmaßnahmen führt – etwa durch Absaugen oder den Einsatz biologischer Mittel.

Warum sind Eichen-Prozessionsspinner gefährlich?

Es dreht sich um die Raupen. Die Haare eines späteren Larvenstadiums (der Raupe), welches vor allem im Mai und Juni anzutreffen ist, lösen starke giftige Reaktionen aus. Die Haare sind fast unsichtbar und lösen bei Berührung toxische Symptome aus. Ebenso dringen sie leicht in Haut und Schleimhaut ein, wo sie sich festsetzen.

Zu den Symptomen gehören:

  • Quaddeln
  • toxische irritative Dermatitis (Reiz auslösende Hautentzündung)
  • anhaltende, an Insektenstiche erinnernde Knötchen (Papeln)
  • Bronchitis, schmerzhaftem Husten, Asthma (bei Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut durch das Einatmen der Haare)
  • Begleitend können Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auftreten. Empfindliche Personen können allergische Schockreaktionen erfahren.

Meisen fressen Eichen-Prozessionsspinner-Raupen

Vor einigen Jahren wurde bereits festgestellt, dass Kohlmeisen, Blaumeisen und andere Vögel die jungen Eichen-Prozessionsspinner-Raupen fressen. Diese weisen Haare auf, die noch nicht so giftig sind, wie die des späteren Stadiums.

Die Universität Wageningen berichtet, dass in 2017 in den Niederlanden zum ersten Mal festgestellt wurde, dass Kohlmeisen die Eichen-Prozessionsspinner-Raupen auch mit Brandhaaren fressen und nicht nur die jungen Raupen, die diese noch nicht aufweisen. Die Kohlmeisen haben also eine Art und Weise gefunden, wie sie die Brandhaare vor dem Fressen entfernen können. Ein extra Grund, um Kohlmeisen zu unterstützen und den Garten für Vögel wie die Kohlmeise zu optimieren!

Eine Kohlmeise sitzt auf einem Ast und schaut in die Luft.Eine Kohlmeise sitzt auf einem Ast und schaut in die Luft.

Wie macht die Kohlmeise das? Erst packt die Kohlmeise die Raupe am Kopf und schüttelt sie gut durch. Danach wird die Raupe umgedreht, am Hinterleib festgehalten und gegen festen Untergrund geschlagen. Durch den verursachten Stress schiesst die Raupe die Brandhaare ab und ist danach dazu geeignet, gefressen zu werden.

Weitere natürliche Feinde

Vögel, Fledermäuse, Schlupfwespen und Raupenfliegen sind in unterschiedlichen Entwicklungsstadien hilfreich, um die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners zu verringern. Die Populationen dieser natürlichen Feinde sind jedoch zurückgegangen – unter anderem durch die zunehmende Versiegelung von Gärten mit Stein und Betonplatten.

1. Weitere Vogelarten

Von Staren, Kleibern, Spechten, Pirolen, Dohlen, Kuckucken und Finken ist bekannt, dass sie die Raupen in allen Stadien fressen – mit oder ohne Brennhaare. Blaumeisen, Kleiber, Zaunkönige, Rotkehlchen und Baumläufer ernähren sich hingegen bevorzugt von Jungraupen in frühen Stadien, bevor diese ihre Brennhaare ausgebildet haben.

Eine Fledermaus ruht auf einem Baumstumpf.Eine Fledermaus ruht auf einem Baumstumpf.

2. Fledermäuse

Fledermäuse sind besonders effektiv in der Zeit von Juli bis September. In dieser Phase fressen sie die Falter, bevor diese ihre Eier für das nächste Jahr ablegen können.

3. Insekten

Schlupfwespen und Raupenfliegen fressen die Eichenprozessionsspinner nicht direkt, sondern legen ihre Eier auf oder in den Raupen ab. Die Larven ernähren sich dann von innen heraus von der Raupe.

Tipp: Mit einer Wildblumenmischung und Stauden kannst du diese nützlichen Insekten in deinen Garten locken!

Häufig gestellte Fragen zum Eichen-Prozessionsspinner

1. Wie ist die Plage des Eichenprozessionsspinners entstanden und warum gibt es in den letzten Jahren so viele?

Der Eichenprozessionsspinner ist bereits seit längerer Zeit in Europa verbreitet, doch seit den 1990er Jahren tritt er vermehrt in der BeNeLux-Region auf. Das Vorkommen von Eichen ist eine Voraussetzung für das Leben dieser Raupe. Die Anzahl der Eichen steht jedoch in keinem ausgewogenen Verhältnis zum restlichen Naturraum, und es gibt zu wenig andere Baumarten.

Zudem ist der Mensch selbst der Verursacher dieser Plage, die inzwischen weite Teile des Landes betrifft. Der Trend zu aufgeräumten Gärten, gepflegten Straßenrändern, wenig Wildblumen und geringem Pflegeaufwand führt dazu, dass natürliche Feinde immer seltener werden. Auch wurde dem Thema in der Vergangenheit wenig Aufmerksamkeit geschenkt – das hat sich heute geändert.

Wer hätte gedacht, dass so ein kleines Tierchen so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann? Um die Population der Raupen zu verringern, muss die Biodiversität und das Vorkommen natürlicher Feinde gezielt gefördert werden.

 

2. Wie kann ich die Belästigung durch den Eichenprozessionsspinner verhindern?

Viele Menschen beginnen mit der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners erst, wenn sie bereits unter den Brennhaaren leiden – also im Mai, Juni oder Juli. Doch sobald diese Beschwerden auftreten, ist es eigentlich schon zu spät, denn dann hat die Raupe ihre Brennhaare bereits vollständig entwickelt. Eine vollständige Vermeidung ist leider nicht möglich.

Es lassen sich jedoch Maßnahmen ergreifen, um die Belastung in der eigenen Umgebung möglichst gering zu halten – etwa durch die Förderung natürlicher Feinde des Eichenprozessionsspinners.

Kohlmeise fliegt aus einem Nistkasten ausKohlmeise fliegt aus einem Nistkasten aus

Reagiere deshalb frühzeitig, indem du schon im Winter Nistkästen anbringst, in denen Kohlmeisen oder andere Vögel nisten können, die die Raupen fressen. Zusätzlich kannst du im Sommer Fledermauskästen aufhängen. Diese dienen als Quartier für Fledermäuse, die von Anfang Juli bis September die Nachtfalter fressen, die ihre Eier auf den Eichen ablegen.

Mit diesen vorbeugenden Maßnahmen kann die Population des Eichenprozessionsspinners von Jahr zu Jahr reduziert werden. Wenn du jedoch eine akute Lösung suchst, weil du bereits Beschwerden hast, beauftrage einen zertifizierten Schädlingsbekämpfer, der die Nester absaugt. Verzichte unbedingt auf chemische Mittel, da diese dem Ökosystem erheblich schaden können – was dazu führt, dass der Eichenprozessionsspinner im nächsten Jahr sogar noch stärker zurückkehrt.

3. In welchen Bäumen lebt der Eichenprozessionsspinner?

Der Eichenprozessionsspinner kommt hauptsächlich in Eichen vor. In Belgien ist die Stieleiche der häufigste Wirtsbaum, aber auch in der Roteiche und der Ungarischen Eiche kann sich die Raupe ansiedeln. Zudem überwacht die Informationsplattform zum Prozessionsspinner seit einigen Jahren auch die Kieferprozessionsspinner. Diese Art kommt derzeit hauptsächlich in Spanien und Frankreich vor, wurde aber in den letzten Jahren auch nahe der belgischen Grenze entdeckt. Falls du in diese Länder reist, achte besonders auf Kiefer, Lärche, Douglasie und Zeder.

 

4. Ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich für Hunde?

Neben den Beschwerden, die der Eichenprozessionsspinner verursachen kann (Juckreiz, Quaddeln, Reizungen), stellt er auch ein Gesundheitsrisiko dar. Die freigesetzten Brennhaare der Raupe können in die Atemwege gelangen und Atemnot verursachen oder in die Augen eindringen – im schlimmsten Fall sogar zur Erblindung führen.

Auch für Hunde birgt der Eichenprozessionsspinner Gesundheitsgefahren. Die Symptome, die beim Menschen auftreten, können sich auch bei Hunden zeigen. Zudem besteht bei spielenden Hunden das Risiko, dass sie in ein Nest treten oder hineinbeißen. Dadurch können die Beschwerden schnell und heftig auftreten. Achte deshalb besonders darauf, wenn du deinen Hund frei laufen lässt. Zeigt dein Hund Symptome, suche umgehend einen Tierarzt auf!

 

5. Ist der Eichenprozessionsspinner ansteckend?

Nein, die Härchen sind die Ursache für Quaddeln, Reizungen und Atemnot. Diese Beschwerden sind nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Nur wenn du selbst mit dem Eichenprozessionsspinner in Kontakt kommst, können auch bei dir Reaktionen auftreten.

 

6. Wo kommt der Eichenprozessionsspinner vor?

Der Eichenprozessionsspinner kann überall in Belgien und den Niederlanden auftreten. Auch im Ausland kommen Eichen- und Kieferprozessionsspinner an verschiedenen Orten vor. In Deutschland ist der Eichenprozessionsspinner weit verbreitet, während Frankreich und Spanien zusätzlich noch vom Kieferprozessionsspinner betroffen sind. Informiere dich daher vor deiner Reise, ob in deinem Urlaubsziel eine Gefahr durch diese Raupen besteht.

 

7. Wann ist der Eichenprozessionsspinner aktiv? Und wann ist er wieder verschwunden?

Der Eichenprozessionsspinner durchläuft einen Lebenszyklus vom Ei bis zum Schmetterling. Zum Selbstschutz entwickelt die Raupe Brennhaare, um sich gegen Gefahren zu wehren. Diese Haare sind meist im Mai vollständig entwickelt – deshalb ist die Belästigung in dieser Zeit bis etwa Anfang/Mitte Juli am größten. Zurückgebliebene Haare aus alten Nestern können jedoch noch über mehrere Jahre hinweg Beschwerden verursachen. Daher ist es wichtig, die Raupen zu bekämpfen, bevor sie ihre Brennhaare ausbilden.