Webcam-Blog: Schleiereule

Frau Schleiereule macht sich gut - 21/06/2017

Es wird gut im Auge behalten, was die Küken so zu fressen bekommen. Durch dieses Wissen über Nahrungsqualität und –quantität kann man mehr darüber sagen, wie es den Küken so geht
Das älteste Küken ist jetzt schon 46 Tage alt. Ab der fünften Lebenswoche können die Küken das Gewicht einer adulten Schleiereule haben. Dieses Gewicht kann bei Weibchen bis zu 570 g und bei Männchen bis zu 470 g betragen. Das Männchen ist also kleiner und leichter als das Weibchen.


Geht man von Durchschnittswerten aus, hat ein Küken von 45 Tagen eine Flügellänge von 207,3 mm mit einem angestrebten Gewicht von 337 g. Wenn man das Nahrungsangebot der letzten Woche betrachtet, sieht man, dass die Anzahl der Mahlzeiten zwischen 17 und 7 Stück lag. Im Durchschnitt benötigt ein Schleiereulenküken ca 75 g Nahrung pro Tag. Eine Maus wiegt zwischen 30 g und 60 g, je nach Art und Grösse. Werden also schwere Mäuse gefangen, muss die Anzahl der Mahlzeiten nicht so hoch sein. 
Im Moment wird davon ausgegangen, dass die Fütterungen ausreichend sind. Das Schleiereulen-Weibchen, das alles alleine regeln muss, macht sich also gut.


In der kommenden Zeit verschwinden die Daunen am Hinterkopf und werden durch Federn ersetzt. Die Flug- und Schwanzfedern sind Anfang der achten Lebenswoche vollständig entwickelt, sodass dann auch die ersten Flugübungen stattfinden können (im Nistkasten und in unmittelbarer Umgebung heirvon). Die Jungvögel üben gründlich, sodass sie Ende der neunten Woche schon ganz gut fliegen und sich für kurze Zeit nach draussen trauen können.

 

Was ist da los? - 06/06/2017

Mittlerweile ist das älteste Küken (nennen wir es K1) vier Wochen alt. Küken 2 ist es in den letzten Tagen leider weniger gut ergangen als den Geschwistern – dabei hat es gegenüber K3 und K4 im Prinzip den Vorteil älter zu sein und so oftmals schneller an Futter zu kommen. Was ist also passiert?
Schleiereulen sind wilde Vögel und können somit auch mit Parasiten infiziert sein, sie in den Nahrungsquellen (z.B. Mäusen) leben können. Vermutlich hat Küken 2 eine Mahlzeit gehabt, die nicht gesund war und war dadurch zu geschwächt, um den Infekt zu überleben. Dies liess sich auch kurz vorher bei den Fütterungen beobachten, bei denen es zu schwach war, sich etwas abzugreifen. Genaueres kann man leider nicht sagen.
Für die Eulenpopulation ist es letztendlich wichtig, dass sie stark und gesund ist – dass nur die Stärkeren überleben ist ein natürlicher – und für die Population wichtiger – Lauf der Dinge. Deshalb greifen die Freiwilligen in diesen Fällen nicht ein. Übrigens: Schleiereulenschützer kontrollieren angebrachte Nistkästen von Zeit zu Zeit; dies ist jedoch bei einer Positionierung in 10-15 m Höhe nicht immer ganz einfach und braucht Zeit.

Vierte Woche : Entwicklungsstand der Küken
In der vierten Woche entwickelt sich die „Gesichtsmaske“ der Schleiereulenküken vollständig aus. Diese wird durch braune Federn (statt Daunen) abgegrenzt. Auch die Federn entwickeln sich nun langsam, aber besser sichtbar und die Klauen werden länger und schärfer. Die Augenfarbe wandelt sich von Blau zu Braun. 
Bei Gefahr können sich die Küken auf den Rücken rollen und die Klauen nach oben strecken. So können sie sich verteidigen.

 

Da waren es nur noch vier30/05/2017

Scheinbar wurde das Männchen weniger gesichtet, vier Tage lang konnte man es nicht merh im Nistkasten sehen. Dadurch wurde auch weniger Beute in den Nistkasten gebracht - jedoch jagt das Weibchen mit, um genug Nahrung für die Küken zu erbeuten. Trotzdem hat das schwächste Küken bei der Futterverteilung leider zu wenig abbekommen und ist am 30. Mai verstorben. Im Gegensatz zum fünften Küken können die verbliebenen vier Küken jedoch schon selbstständig - ohne Hilfe der Mutter - eine Maus fressen und schlucken; sie sind so weit, dass die Vier es eigentlich schaffen sollten, wenn genug Nahrung da ist.

 

Spannende Zeiten, noch fünf Küken - 29/05/2017

Im Moment sieht es mit der Fütterung der Küken nicht so gut aus. Zwei Küken mussten bereits ihr Leben lassen; es ist nicht ausgeschlossen, dass das Nest noch weiter reduziert wird.
Beim Überleben der Küken spielt das Betteln nach Futter eine grosse Rolle. Das Weibchen stimuliert das Bettelverhalten in den ersten Tagen durch „Chittern“, worauf die Jungen mit einem einen „Chitter“-Ruf antworten; Das Küken richtet sich auf und öffnet den Schnabel, sodass die Fütterung beginnen kann. 
Beim Aufwachsen der Schleiereulen-Küken ergibt sich eine Rangordnung: das grösste, meist das älteres Küken, steht bei der Fütterung an Platz 1. Ist es gesättigt, verlässt es seine Position und schliesst sich wieder hinten an. Bei unzureichender Fütterung stirbt demnach das kleinste Küken zuerst, denn es kommt nicht zum Zuge. Es wird dann von den anderen Küken aufgefressen. Für das Weiterbestehen der Schleiereulen ist es vorteilhafter, die Schwächeren sterben zu lassen und den Fokus auf, zum Beispiel, drei bis vier kräftigere Jungen in guter Kondition zu richten (anstatt sieben schwache Küken an die Population hinzuzufügen).

Entwicklung der Küken
Das zweite Daunenkleid der Jungen ist Mitte der dritten Lebenswoche komplett. Es bedeckt fast den ganzen Körper, mit Ausnahme der Bauchseite, an der sich noch eine kahle Stelle befindet. Kleine Beutetiere können schon vollständig vertilgt werden. Die Augen sind ab dem 20. Tag vollständig geöffnet und weisen dunkelblaue Pupillen auf. An der Vorderseite des Kopfes erscheint ein herzförmiges Daunenmuster.

Spannend
Es bleibt spannend, wie die Eltern in den kommenden Tagen „performen“ und ob sie den Nachwuchs gut versorgen können. Die Eltern gehen in dieser Zeit immer öfter auf die Jagd, aber es ist immer noch eine grosse Familie mit vielen hungrigen Küken.

 

Alle Küken geschlüpft - 22/05/2017

  • 18. Mai, 9:45 Uhr Das sechste Küken ist geschlüpft.
  • 21. Mai, 9:07 Uhr Das siebte Küken ist geschlüpft. 

So liegen insgesamt vierzehn Tage Unterschied zwischen dem ältesten und jüngsten Küken.Die Grössenunterschiede lassen sich zwischendurch gut sehen:

 

Das Schlüpfen der Küken… 18/05/2017

…ist harte Arbeit.
Ein bis drei Tage vor dem Schlüpfen des ersten Kükens, gibt das Küken im Inneren des Eis piepende Laute von sich. Das Weibchen wird dann unruhig und reagiert unmittelbar mit kluckenden Lauten – es kommuniziert mit dem Ei. Nach einigen Stunden Arbeit des Kükens wird ein Loch in der Eierschale sichtbar, aber es kann noch dauern, bis das Küken das Ei verlässt. Manchmal hilft das Weibchen mit, indem es Teile der Eierschale entfernt oder die feste Eihaut einreisst. Dabei werden neben dem Schnabel auch –vorsichtig- die Klauen verwendet. Die Eierschalenreste werden beiseitegelegt, zerbrochen oder ggf. gefressen.

Nicht geschlüpfte Eier
Unbefruchtete Eier oder nicht geschlüpfte Eier landen oftmals unter den Gewöllestücken. Die Küken schlüpfen ungefähr in denselben Zeitabständen, in denen die Eier gelegt wurden – demnach lässt sich oft einschätzen, ob ein Küken noch schlüpft oder ob etwas schief gegangen ist.

Fünf Küken 16/05/2017 

Mittlerweile ist Familie Schleiereule zu siebt! Hier die Schlüpfdaten des fünf Küken:


Küken Nr. 1: 7.Mai, 02:47 Uhr
Küken Nr. 2: 9.Mai, 02:14 Uhr
Küken Nr. 3: 12.Mai, 04:47 Uhr
Küken Nr. 4: 13.Mai, circa 21:13 Uhr
Küken Nr. 5: 15. Mai, circa 20:34 Uhr

Alle Küken auf einen Blick (Nummerierung entspricht nicht der Schlüpfreihenfolge!):

 

 

 

Das zweite Küken ist da 09/05/2017 

Diese Nacht, gegen 02:15 Uhr, schlüpfte das zweite Küken, welches um 03:12 Uhr das erste Mal gut zu sehen war.

Das erste Küken ist da 08/05/2017 

Endlich ist es so weit: am 7. Mai, nach 31 Tagen Ausbrüten, ist das erste Küken geschlüpft. Durchschnittlich beträgt diese Periode 28-30 Tage, das erste Schleiereulenküken weicht also kaum davon ab. In den folgenden Tagen werden nacheinander mehr Küken schlüpfen, in circa denselben Abständen, wie die Eier gelegt wurden.

Das Küken: Eine junge Schleiereule wird hilflos und kahl (mit gelbroter Haut) geboren. Sie wiegen kurz nach dem Schlüpfen circa 13-15 g und können schon am ersten Tag Tschirpen.

Erste Woche: Am ersten Lebenstag ist das typische Daunenkleid schon deutlich sichtbar, aber es ist noch lange nicht vollständig. Um Wärmeverlust zu verhindern, verbirgt sich das Küken zwischen den übrigen Eiern und wird von dem Weibchen warmgehalten. 
In der ersten Woche ist das Küken nur für wenige Sekunden dazu in der Lage, den Kopf aufzurichten und die Futter anzunehmen. In der ersten Woche ist der Bauch noch rund und kahl, die Augen geschlossen. Ist es Zeit für die Fütterung, so lässt das Weibchen kluckende Geräusche hören, beugt sich über das Küken und füttert es mit kleinen Stückchen Maus.

Strikte Arbeitsteilung: Die Schleiereulen haben eine strikte Arbeitsteilung, welche auch während der Kükenphase eingehalten wird: das Weibchen brütet, das Männchen jagt und muss für die Versorgung der kompletten Familie sorgen.

 (Screenshot des Kükens mit den Eiern, eingereicht von Galaxia Tanaka)

Sieben Eier 20/04/2017 

Heute nachmittag - fast einen Tag später als man erwarten konnte - wurde bei den Schleiereulen doch noch das siebte Ei gelegt!

 

Das Wenden der Eier ist wichtig 20/04/2017

Das Wenden der Eier und die regelmässige Paarung während der Brutzeit sind wichtig. Nach dem Legen der Eier beginnt das Weibchen direkt mit dem Ausbrüten. Zwei bis fünf Mal per Stunde wendet es die Eier mit der Unterseite des Schnabels.

Warum wenden?
Das regelmässige Wenden des Ei ist für die Entwicklung der Eizellen, für den Feuchtigkeitshaushalt sowie der embryonalen Häute von grosser Wichtigkeit, denn so wird die Wärme gleichmässiger verteilt. Der Embryo darf nicht nach unten sacken, da sonst die Gefahr besteht, dass er mit dem Eihäuten verkleben könnte. Während des Ausbrütens wird deshalb das Ei ein paar Male per Stunde gewendet, sodass die Wärme regelmässig und gut auf alle Eier verteilt wird – vor allem bei grösseren Gelegen ist dies wichtig. Zugleich entsteht durch das Wenden auch eine Kuhl im Nistmaterial, wodurch die Eier schön beieinander liegen bleiben. 
Bei den Schleiereulen brütet das Weibchen alleine die Eier aus, während sich das Männchen um die Nahrung kümmert. Der Nahrungsbedarf des Weibchen liegt bei 70-80 g pro Mahlzeit - dies entspricht einer Anzahl von 4-8 Mäusen pro Mahlzeit. Meistens wird aber mehr Nahrung angeliefert, als das Weibchen benötigt. Das Anlegen einer Reserve für schlechtere Wetterkonditionen, bei denen es schwierig ist, zu jagen, ist wichtig. Von den definierten Rollen der Eltern wird nicht abgewichen. Ist zum Beispiel zu wenig Nahrung vorhanden (wenig Nahrungsangebot, das Männchen kommt um etc.), dann verlässt das Weibchen das Gelege, um sein eigenes Überleben zu sichern. 
Die Entwicklung der Eier ist konstant, sodass die Küken nicht gleichzeitig schlüpfen. Jede Nacht finden fünf bis zehn Paarungen statt. Das Weibchen bleibt dann auf den Eiern sitzen, bewegt den Körper jedoch etwas nach oben, sodass die Eier nicht gefährdet sind. Das Paaren während der Eiperiode ist für das Verhältnis von Weibchen und Männchen wichtig.

 

Schon sechs Eier! - 18/04/2017

Die Schleiereulen waren fleissig. Hier eine Übersicht der bisher gelegten Eier:

  • 1. Ei: 6. April um 14:44 Uhr
  • 2. Ei: 8. April, gegen 21:51
  • 3. Ei: 11. April, gegen 4:34 Uhr
  • 4. Ei: 13. April, gegen 7:40 Uhr
  • 5. Ei: 15 April, ca. 11:47 Uhr
  • 6. Ei: 17. April, ca. 16:32 Uhr

 

 

Das vierte Ei & Herausforderungen an die Eltern - 13/04/2017

Es ist so weit - heute Morgen das Schleiereulen-Weibchen das vierte Ei gelegt. Wenn das Nahrungsangebot abnimmt, hat das jüngste Küken geringe Chancen zu überleben - ein Nachteil in der Brutstrategie der Schleiereulen. Es gibt so einige Risikos in der Jungenaufzucht der Schleiereulen.

Nahrungsangebot

Ein Nachteil der Brutstrategie der Schleiereulen ist, dass wenn das Nahrungsangebot zurückgeht, die Anzahl der Jungen reduziert wird. Acht Jungen sind dann zu viel – es können nicht alle aufgezogen werden. Dadurch, dass die Küken unterschiedliche Entwicklungsstände aufweisen, sind die jüngsten Küken von dieser „Reduzierungsstrategie“ betroffen. Dies konnte auch letztes Jahr beobachtet werden.

Nährstoffe in Eiern

Ein andere Nachteil ist, dass bei der hohen Anzahl an Eiern (acht bis zehn) eine höhere Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Kombination an Nährstoffen im Ei doch etwas zu schlecht/ unzureichend ist und der Embryo bereits im Ei stirbt.

Brutverhalten

Schleiereulen halten – wie auch andere Vögel – ihre Eier warm. Sie wählen oftmals Brutplätze unter Dächern, wo sie Gefahr laufen, dass der Nistplatz zu warm wird, wenn die volle Sonne auf das Dach strahlt. Die erhöhte Wärme kann die Entwicklung des Embryos beeinträchtigen.

Giftstoffe

Dadurch, dass Schleiereulen weiter oben in der Nahrungskette stehen und sich von Tieren ernähren, die mit Gift bekämpft werden, sind sie ebenso empfindlich für Vergiftung.

Oft geht es gut aus

Kurzgesagt: Es bestehen so einige Risikos für die Schleiereulen und ihre Jungen. Aber es werden trotz alledem immer wieder richtig befruchtete Eier gelegt, aus denen gesunde Küken schlüpfen, die das Nest als prächtige junge Eulen verlassen.

Warum paaren sich die Schleiereulen immer noch?

Sie paaren sich, um die Beziehung zueinander zu festigen. Auch wenn die Jungen bereits geschlüpft sind, wird sich weiter gepaart. Dann kann es auch vorkommen – wenn das Nahrungsangebot gut genug ist - , dass ein zweites Gelege gelegt wird. Manchmal geschieht dies sogar, wenn die Jungen noch nicht das Nest verlassen haben. Dann ist es schon einmal zu beobachten, dass das Männchen an einem Brutplatz die Jungen mit Nahrung versorgt, Während das Weibchen an einem anderen Brutplatz in unmittelbarer Nähe schon wieder Eier ausbrütet.

 

Das dritte Ei - 11/04/2017

Heute morgen, um circa 4:30/4:35 Uhr, wurde das dritte Ei gelegt!

 

Das zweite Ei - 10/04/2017


Die ersten beiden Eier sind gelegt! Ei Nr. 2 wurde am 8. April, gegen 21:51 Uhr, gelegt; um 22:05 Uhr war es zum ersten Mal sichtbar.

Über das Ausbrüten

Wir sind bei den Schleiereulen in einer neuen Phase der Brutzeit angekommen: dem Ausbrüten. Nun wird es etwas ruhiger im Nistkasten, denn das Weibchen brütet, während das Männchen draussen auf die Jagd geht.
Nach dem ersten Ei beginnt das Weibchen direkt damit, die Eier auszubrüten. Dies tut es alleine, während das Männchen das Weibchen und später die Küken durchgehend mit Nahrung versorgt. Bekommt das Weibchen in dieser Zeit zu wenig Nahrung gereicht, sorgt es für sich selbst und verlässt das Gelege. Zwei bis drei Mal pro Stunde wendet es die Eier vorsichtig mit dem Schnabel. Dies sorgt dafür, dass die Wärme gut über das ganze Ei verteilt wird und sich der Embryo gut entwickeln kann. Die Phase des Ausbrütens dauert in etwa 30 Tage. 
Beim Legen des ersten Eis fiel es auf, dass das Männchen schön durchgeschlafen hat, während das Ei gelegt wurde. Circa zwei Wochen vor dem Legen des ersten Eis und während der ganzen Eiphase bleibt das Männchen des Öfteren beim Weibchen im Nistkasten, um vermutlich andere Männchen – falls nötig – zu verjagen.
Wenn das Männchen viele Mäuse anschleppt, sieht man zumeist auch eine Zunahme der Eieranzahl. Wenn ein sehr grosses Nahrungsangebot vorhanden ist, kann es dazu kommen, dass Schleiereulen dann noch zwei bis drei Gelege nachschieben. Durch den direkt Einfluss der Nahrung auf das Gelege lässt sich aus dem Bestand der Schleiereulen auch darauf schliessen, wie das Vorkommen der kleinen Säugetiere in der Gegend aussieht.
Rundum den Nistkasten sind wahrscheinlich genug Mäuse zu finden. Dies entspricht der Erwartung, denn letztes Jahr war immerhin ein sogenanntes Mastjahr (ein Jahr, in dem Bäume und Sträucher mehr Früchte tragen als üblich), dass den Mäusen viel Nahrung zur Verfügung gestellt hat.

Das erste Ei - 07/04/2017

Das Schleiereulen-Weibchen hat das erste Ei gelegt - einen Monat frühr als im vergangenen Jahr! Der Zeitpunkt war der 6. April um 14:44 Uhr. Und das Männchen? Das hat einfach daneben geschlafen und nicht viel vom dem Eierlegen mitbekommen.

 

 

Sehr alte Schleiereule gefunden - 03/04/2017

Von vielen Schleiereulen, die beobachtet werden, hört man später nichts mehr wirklich etwas. Sie lassen sich an einem Ort nieder, an dem keine Forschungsgruppe o.ä. tätig ist oder sterben irgendwo, ohne gefunden zu werden. Aber es gibt auch immer mehr Eulen, von denen man doch etwas erfährt – hierfür ist das Ringen der Jungen wichtig.

Meldungen
Jemand findet eine tote Eule, zum Beispiel auf dem eigenen Gelände oder am Wegesrand (Verkehrsopfer); handelt es sich hier um eine beringt Eule, so kann man den letzten bekannten Verbleib, das Alter und Zeit & Ort des Beringens nachvollziehen. Hieraus kann man auch deuten, wie weit die Eule vom Ort des Beringens/ Brutort abgewandert ist.
Auch kommt es vor, dass bei einer Nistkasten-Kontrollrunde eine bereits beringte Eule im Nistkasten angetroffen wird. Die Ringnummer wird notiert und in der entsprechenden Datenbank registriert. Auch dort kann man nachvollziehen, woher die Eule ursprünglich kommt, wie alt sie ist, das Geschlecht etc. Wird im Nistkasten eine Eule ohne Ring angetroffen, so wird ihr professionell einer angelegt.

Der Sinn des Beringens
Warum werden die Vögel beringt? Natürlich kann man argumentieren, dass man die Tiere in Ruhe lassen soll, aber mit den Informationen die bei der Forschung und Verfolgung der Nummern aufgetan werden, lässt sich viel mehr über das Verhalten der Eulen beobachten. Und auf Basis der Bewegungsmuster, Abwanderungen etc. können Schutzmassnahmen ergriffen werden, um die Tiere besser schützen zu können.

Alte Schleiereule
Ein Beispiel: Am 27. März wurde in den Niederlanden eine im Verkehr umgekommene Schleiereule gemeldet. Diese schien laut Ringdaten 14 Jahre, 7 Monate und 20 Tage alt zu sein und wurde zwei Kilometer vom Beringungsort entfernt gefunden. Dank der Meldung und der Ringdaten liess sich das Alter feststellen, die Todesursache und der Gefahrenort sowie, dass diese Schleiereule wahrscheinlich immer im ursprünglichen Lebensgebiet geblieben war. Sie wurde zwischendurch nicht wieder registriert – und da sie bereits als Küken beringt wurde, blieb das Geschlecht unbekannt.

 

 

Zusammenspiel läuft noch nciht immer ganz so gut - 30/03/2017

Bei den Schleiereulen sehen wir dieses Jahr ein Männchen, das entweder ungeschickt, unerfahren und/oder faul ist. Dies führt zu teilweise komischen Situationen – das Weibchen ist bereits die grössere Eule von beiden und muss dem Männchen nun auch noch zeigen, wie das Anliefern der erbeuteten Mäuse zu erfolgen hat. Das muss man(n) allerdings wissen, also macht sie es vor…mit noch nicht so ganz sichtbarem Erfolg. Bis die Eier gelegt werden, sollte dies aber schon besser funktionieren!

 

Bedrohungen - 27/03/2017

Obwohl sie stark und gefährlich aussehen, gibt es auch für die Schleiereulen so einige Gefahren während der Brutzeit.Diese Gefahren führten dazu, dass die Schleiereule in den Niederlanden auf der Roten Liste steht und somit Unterstützung bedarf.In Deutschland gilt sie als nicht gefährdet.

Nahrungs- & Nistplatzmangel: Das Territorium der Schleiereule ist oftmals eine halboffene Kulturlandschaft (ein gutes Gemisch aus kleineren Elementen wie Baumgruppen, Lichtungen, Feldern und Wiesen), während als Nistplatz hauptsächlich Kirchtürme und Scheunen genutzt werden (in Ausnahmefällen Baumhöhlen). Diese sind im Laufe der Jahre durch die Umstellung der Bebauung und Agrarwirtschaft zurückgegangen. Ein anderes Problem ist, dass in solch einem Territorium bei einem schlechten "Mäusejahr" wenig andere Nahrung zur Verfügung steht.

Strenge Winter: Ein strenger Winter kann einen negativen Einfluss auf der Leben von Schleierulen ausüben. Vor allem bei Schnee und Frost verschwinden die bevorzugten Beutetiere, Mäuse, in ihren Höhlengängen und machen sich schwer erreichbar. Auch hier herrscht dann ein Mangel an geeigneter Nahrung, welcher nur fünf bis acht Tage zu überbrücken ist. Auch näher an unseren Siedlungen ist nciht mehr Beute zu finden, denn auch dort befinden sich dann weniger Mäuse.

Verkehrsopfer: Die Anzahl der im Strassenverkehr umkommenden Schleiereulen ist verhältnismässig hoch, in manchen Gebieten 70% (Angabe Niederlande). Die Ursache liegt oft in der Anzahl der Feldmäuse an Strassenränder begründet - diese stellen attraktive Jagdgebiete, aber gleichzeitig durch die unmittelbare Nähe regen Strassenverkehrs auch eine grosse Gefahr dar. Gerade beim Auf- und Herunterfliegen vom Jagdsitz (oftmals Strassenpfosten) besteht die Gefahr, mit einem Auto in Kontakt zu kommen.

Gift: Schleiereulen sind besonders empfindlich gegenüber den Giften, die oftmals zur Bekämpfung von Nagetieren eingesetzt werden.

Fressfeinde: Der Uhu, der Steinmarder und der Habicht - sie alle sind Fressfeinde der Schleiereule. Der Steinmarder, welcher sich schnell verbreiten kann, ist ein Fressfeind, der zudem auch brütende Eulen anfallen kann.

 

Wenn es denn dann eine Maus ist - 23/03/2017

Auf dem Speiseplan der Schleiereulen stehen vor allem Mäuse. Doch was, wenn zu wenig der Leibspeise zur Verfügung steht? Dann muss man sich zwangsläufig umorientieren - jedoch bleiben Mäuse die absolute Leibspeise.

Das ideale Territorium für Schleiereulen zeichnet sich dadurch aus, dass es eine halboffene Kulturlandschaft ist, d.h. ein gutes Gemisch aus kleineren Elementen wie Baumgruppen, Lichtungen, Feldern und Wiesen. Die Schleiereulen jagen auf offenem Felde nach Mäusen - und diese halten sich da auf, wo Gras und Bauland von kräuterreichen Ackerrändern, Holzhaufen, Hecken und kleinen Wäldern abgegrenzt werden. Aber auch schlecht unterhaltene Graslandschaften, Grasstreifen oder wild bewachsene Wegesränder werden bejagt.

In der Brutsaison vertilgt eine adulte Schleiereule pro Mahlzeit 70-80g an Beute. Das heisst, dass dies zwischen vier und acht Mäuse sein können, je nach Grösse und Gewicht. Ist es kalt, so erhöhnt sich der Nahrungsbedarf auf stattliche 150-200g pro Mahlzeit (entspricht circa acht Wühlmäusen oder zwanzig Spitzmäusen). Es muss also ordentlich gejagt werden, um diese Nahrungsansprüche erfüllen zu können. 

Was genau Eulen gefressen haben, lässt sich anhand der Gewölle nachvollziehen. In diesen befinden sich unverdaubare Überreste. So lässt sich sagen, dass die Ernährung einer Schleiereule zum Grossteil (98%) aus Wühlmäusen, Spitzmäusen, Waldmäusen und Hausmäusen besteht. Dies wird angefüllt von Vögeln, Fröschen, Würmern, Käfer und Spinnen.

 

Balzen, balzen, balzen - 20/03/2017

Am 10. März wurde es deutlich, dass der Ehevertrag der beiden Schleiereulen unterschrieben war. Das Weibchen befand sich für längere Zeit im Nistkasten, es waren regelmässig Balzrufe zu hören und es wurde sich auch gepaart. Normalerweise dauert es circa sechs Wochen, bis das erste Ei gelegt wird. Da nicht ganz sicher ist, wann genau die erste Paarung stattgefunden hat, ist der Zeitpunkt, wann dies geschehen wird, nicht ganz leicht einzuschätzen. Bis dahin nimmt die Anzahl der einzelnen Paarungen zu; dies ist sowohl für die Befruchtung als auch für das Band zwischen den Partnern wichtig.

Circa zehn Tage bevor das erste Ei gelegt wird, paaren sich die Schleiereulen durchschnittlich stündlich. Dies passiert meistens nachdem das Weibchen vom Männchen Beute überbracht bekommen hat – das Männchen muss sich also mit der Jagd beeindruckender Beute anstrengen.

Mittlerweile ist das Weibchen auch schon damit beschäftigt, das Nest gemütlich zu machen. Hierfür wird Gewölle mit Beuteresten verwendet, welches erst hervorgewürgt und dann zerpickt wird, um den Boden zu bedecken. 

 

Die Live-Webcams werden mit freundlicher Unterstützung des Projektes „Beleef de Lente“ der Vogelbescherming Nederland zur Verfügung gestellt (das Logo der Organisation finden Sie auch in den Übertragungen zurück). Das Projekt wird den Frühling über von Spenden und ehrenamtlicher Arbeit unterhalten. 

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