Wanderfalke (Falco peregrinus)

Wanderfalke

Die Webcam-Saison 2016 ist nun offiziell beendet. Vielen Dank an diejenigen, die die erste Vivara Webcam-Saison mit uns miterlebt haben. Zusammen haben wir viel mit den von den Kameras beobachteten Vögeln miterleben können - Nestbau, Balz, Eierlegen, Ausbrüten, Jungen grossziehen...

Viele schöne Moment waren dabei; wir hoffen, Sie hatten viel Freude daran! Wir von Vivara hoffen, dass die Zusammenarbeit nächstes Jahr fortgesetzt werden kann, sodass wir Ihnen auch im Frühjahr 2017 wieder tolle Webcam-Übertragungen und Hintergrundinformationen hierzu zur Verfügung stellen können.

Neues Video

Auch wenn es um den Nistkasten sehr ruhig geworden ist, lassen sich ab und zu noch die Eltern oder auch der ein oder andere junge Wanderfalke blicken,

Im verlinkten Video ist zu sehen, wie sich einer der Jungen zwischendurch mit Beute am Kasten einfindet.

 

 

Neues Video

 

Entwicklung der Wanderfalken-Population

Vor der Pestizid-Krise brütete der Wanderfalke eher unregelmässig in den Niederlanden.Im zwanzisgsten Jahrhundert wurden einige Gelege im Watterngebiet und in Baumnestern andere Vögel im Gebiet Veluwe verzeichnet.Nach Verbot der schädlichen Pestizide, die im Ackerbau verwendet wurden, nahm ab 1970 die Anzahl der Wanderfalken in Baden-Württemberg stark zu - von rund 30 Brutpaaren in 1970 zu rund 300 Brutpaaren in 2001. 

Zudem werden unbevölkterte Gebiete kolonialisiert. In den Achtzigern wurde ein "Aussetzungsprojekt" in Nordrhein-Westfalen durchgeführt, bis man entdeckt hatte, dass Rheinland-Pfalz bereits durch Falken aus Baden-Württemberg besetzt war und dass diese auch kurzfristig in NRW zu erwarten waren. Die wilden Falken aus Baden-Württemberg waren aus eigener Initiative heraus zum Brüten in industrielle Komplexe gezogen; vermutlich aus Mangel an natürlichen Brutmöglichkeiten, aber auch dadurch, dass diese Gebäude durch ihre Höhe und Lage attraktiver waren. So war hier die Wahrscheinlichkeit, durch andere Falken oder Uhus gestört zu werden, geringer. Ausserdem wurden die Wanderfalken durch das systematische Platzieren von Nisthilfen gefördert.In den Niederlanden und Flandern troffen die Jungen der Wanderfalken-Population in Nordrhein-Westfalen eine veränderte und für sie attraktivere Landschaft an: die grösstenteils steppenähnliche Agrarlandschaft von circa 1950 war in den neunziger Jahren einer städtischen, industriellen Landschaft, mit ähnlichen Hochbauten wie in Deutschland, gewichen. Auch hier wurden die Falken mit der Platzierung geeigneter Nisthilfen unterstützt. Sie werden allerdings nciht mithilfe von Nistkästen angelockt; selbst ohne diese Hilfen sind die Gebäude an sich schon attraktiv genug, um als Nistplatz in Frage zu kommen. Die Nisthilfen erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Geleges.

Allein in den Niederlanden brüten nun beinahe 200 Wanderfalken-Paare. Die besten Brutplätze sind nun besetzt und man kann beobachten, dass Auseinandersetzungen über jene Plätze und Territorien stattfinden. In De Mortel, wo diese Webcam aufgestellt ist, ging es verhältnismässig ruhig zu; auch wenn man öfters mal fremde Wanderfalken erblicken konnte, kam es nicht zu grossen, aggressiven Ausinandersetzungen. So können dieses Jahr vier stattliche Jungen das Nest verlassen. Auch ein weiteres, erfolgreiches Gelege in der Gemeinde Gemert wurde registriert. Das Paar, welches dort gebrütet hat, brütete in einem Krähennest auf einem Hochspannungsmast. (Interessant: Einer der Elternvögel ist ein Nachkömmling eines Brutpaares vergangener Jahre aus De Mortel.) Als jedoch die Jungen da waren, ist das Nest vom Mast gefallen. Die Anzahl Wanderfalkenjungen, um die es hier ging, ist nicht bekannt. Mitglieder der Vogelarbeitsgruppe Gemert haben unmittelbar danach ein vorübergehendes, kleines Falkennest auf einigen Metern Höhe am Mast platziert, in welches ein Junges gesetzt wurde. Dieses Junge wurde direkt durch beide Elternteile versorgt und wird wahrscheinlich erfolgreich das Nest verlassen. 


 

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Flügge werden ist nicht immer einfach

Am 8. Juni hat nun auch das letzte Wanderfalken-Junge, eindes der drei Weibchen, des Nistkasten verlassen, um den Turmring zu erkunden. Draussen wurde es von den Geschwistern, die bereits seit mehreren Tagen Ausflüge nach draussen wagen, empfangen. Wie man sieht, nahm dieser Schritt jedoch einige Zeit in Anspruch (etwa eine Stunde); das junge Weibchen war recht zögerlich.

 

Die Tagesabläufe beginnen, sich zu unterscheiden

Auch wenn die individuellen Ausflüge immer länger werden und einige Stunden andauern können, kehren die jungen Wanderfalken doch noch zum Nest zurück. Dort werden sie noch von den Eltern mit Nahrung versorgt. In diesem Video waren sie alle vier wieder im trauten Heime vereint.

Während in diesem Video drei der Jungen draussen auf dem Gitter die Abendstunden geniessen, hat sich der Vierte im Bunde noch nicht wirklich raus getraut. (Aber es hat natürlich auch Vorteile, den ganzen Nistkasten und die Aufmerksamkeit der Eltern, wenn sie zwischendurch mit Beute zum Kasten kommen, zu haben.)

Generell fliegen die Jungen mit einem Alter von ca. 42 Tagen (Männchen) bzw. 46 Tagen (Weibchen) aus. Danach verbleiben sie noch für vier bis sechs Wochen im "Heimatrevier" der Eltern, bevor sie abwandern.

 

Unruhige Teenanger

Aktuell findet man immer wieder abweichende Anwesenheit der Küken im Nistkasten vor. Zwischendurch haben sich drei der Küken haben sich auf Erkundungstour begeben, eines verweilte lieber noch im Kasten. Immer mal wieder wird der Kasten verlassen, wieder aufgesucht, ein anderes Küken wagt sich nach draussen.... Es ist vor allem in den frühen Morgenstunden so einiges los.

Die jungen Wanderfalken halten sich jedoch grösstenteils auf den Ringen des Turms auf bzw. bleiben aktuell generell noch in der Nähe des Nestes und kehren auch wieder dorthin zurück, denn sie werden noch von den Eltern gefüttert. Die Videos zeigen eine kleine Aktivitätenübersicht der letzten 2-3 Tage.

 

Selber machen

Mittlerweile sind die Küken schon so gross, dass auch die Fütterung nicht mehr ganz von den Eltern übernommen werden muss:

 

Wanderfalke traut sich aus dem Nistkasten

Neugierig wird das traute Heim für etwa eine Stunde verlassen... schauen Sie mal:

 

Wieder live

Scheinbar wurde die Übertragung repariert und wieder hergestellt! Wir hoffen, dass sie jetzt stabil bleibt.

 

Update & neue Videos

Keine Live-Bilder

Leider dauert das Problem der Webcam-Übertragung noch an. Der Betreiber der Webcam-Übertragung weiss noch nicht genau, wann das Problem behoben werden kann.
Wir bitten daher um Geduld; das Problem ist bekannt und es wird daran gearbeitet.

Kamera 1 wurde zwischenzeitlich mit noch mit einem anderen Streamingdienst gekoppelt und kann teilweise hier beobachtet werden, falls der normale Stream nicht überträgt.

Videos

Diese Videos wurden am 23.Mai 2016 und am 24.Mai 2016 aufgenommen.


 

Nach der Beringung,  technische Schwierigkeiten & neue Videos

Am 19. Mai wurden zwischen 18 und 20 Uhr die vier Küken beringt. Dabei wurden auch biometrische Daten gesammelt. So wurden die Küken mit zwei Ringen versehen, einem Farbring sowie einem Ring einer Vogelzugstation. Sie wurden ebenfalls gewogen und gemessen – die Länge von Schnabel, Flügeln, Krallen und Schwanzfedern wurde vermessen.
Der Nistkasten wurde ein wenig aufgeräumt; die gesammelten Federn und Beutereste wurden zur Analyse eingesammelt. Diese dienen der Forschung der Diversität von Beutetieren. Ebenso wurde die Kamera wieder gereinigt, sodass das Bild wieder klar war.

Hier die Daten der vier Küken:
Männchen AUH / 615 g / Flügellänge 172 mm / Alter 24 Tage
Weibchen ANE / 910 g / Flügellänge 187 / Alter 23 Tage
Weibchen ANH / 820 g / Flügellänge 178 / Alter 22 Tage
Weibchen ANJ / 705 g / Flügellänge 142 / Alter 20 Tage

Die Farbringe sind hellgrau mir schwarzer Beschriftung (inkl. Einem Code, der aus drei Zeichen besteht) und werden am rechten Fuss angebracht. Am linken Fuss befindet sich der Ring mit dem Vogelzugcode. Da sich das Nest in den Niederlanden befindet, wird dieses System angewendet. In Deutschland ist die Beringung oft andersrum; hier wird der Farbring am linken Fuss und der Vogelzugring am rechten Fuss angebracht.

Die Beringung hilft, wertvolle Daten über die Lebensweise, das Verhalten und die Migration der Wanderfalken zu sammeln; sowohl im Einzelfall als auch allgemein. Dies liefert Einsicht in Fragen wie “Wie alt werden die Wanderfalken? Wie geht es ihnen allgemein? Wo verbleiben sie, wohin ziehen zie? Wie sieht das Brutverhalten und der Bruterfolg aus? Was sind mögliche Faktoren für ein misslungenes Gelege?”

Technische Probleme

Seit dem 21. Mai ist die Kameraübertragung technisch instabil, weshalb es vermehrt zu Übertragungsproblemen und Kameraausfällen kommt. Dieses ist bereits beim Projektpartner, welcher hierfür verantwortlich ist, gemeldet. Es wird daran gearbeitet, die Übertragung wieder zu stabilisieren. 

Mit dem Nest und den Küken ist jedoch alles in Ordnung; der Kameraausfall steht hiermit nicht im Zusammenhang

Videos

Ein kurzer Zusammenschnitt der Beringung und Vermessung der vier Wanderfalken-Küken durch die Wanderfalken-Arbeitsgruppe, aufgenommen am 19.Mai 2016 sowie ein Zusammenschnitt des "Familienlebens" bei den Wanderfalken, aufgenommen am Morgen des 20. Mai 2016 (am Abend zuvor wurden die Küken beringt, wie man sieht ist alles in Ordnung). 

 

 

Beringt

Gestern, am 19. Mai 2016, wurden die vier Küken beringt. Dies ist problemlos abgelaufen, zwischenzeitlich konnte sogar kurz die Kamera gereinigt werden, sodass nun wieder klare Sicht herrscht. 

 

Die Jungen werden beringt

In naher Zukunft werden die Wanderfalkenjungen von Experten beringt. Dies kann am besten vorgenommen werden, wenn die Küken circa drei Wochen alt sind. Sie verbringen ihren Tag dann meist sitzend oder liegend und können eingeschränkt laufen oder stehen.

In dieser Zeit ist es ungefährlich, sie aus dem Nest zu holen. Ebenso ist die Gefahr von „flüchtenden“ Küken gering. Die Küken sind in diesem Alter noch nicht anfällig für Stress und bleiben während des Beringens und Messens ruhig (sie sitzen dann in Baumwolltaschen).

Die Küken dürfen jedoch auch nicht viel jünger als drei Wochen sein, da man vorher die Geschlechter nicht unterscheiden kann. Dies ist jedoch wichtig, da die Männchen aufgrund ihrer kleinere Körpergrösse kleinere Ringe  bekommen. Durch Gewicht, Flügellänge und Krallengrösse kann man mithilfe einer Wuchstabelle das Geschlecht der Jungen ab dem 16. Lebenstag bestimmen. Die Klauengrösse ist hierbei ausschlaggebend, denn wie bei Menschenkindern sind die Füsse der Wanderfalken als erstes ausgewachsen.

Dieser Jahr schien es, als könnte die Geschlechtsbestimmung trotzdem „schief gehen“. In Amsterdam gelang es einem Wanderfalkenpaar Jungen grosszuziehen, obwohl es sich laut Beringung um zwei Männchen handelte.  Auch in Roermond bestanden Zweifel, was das Geschlecht eines Kükens anging: Ein überzeugendes Weibchen von 20 Tagen Alter mit passender Flügellange und Gewicht hatte dann doch eine Klauenspannweite, die 100% der eines Männchens entsprach. In diesem Fall was das Gewicht ausschlaggebend und es schien sich hier um ein „kleinfüssiges“ Weibchen zu handeln.

Das ist wieder einmal typisch Natur – nichts ist zu 100% sicher und selbst das ist nicht sicher.

 

Erste Flugübungen

Einer der Küken hatte sich kurz von seinen Geschwistern abgesondert, um mal zu testen, was es denn eigentlich so mit den Flügeln machen kann. Wie man sieht, sind die Bewegungen und Balance noch etwas unbeholfen, aber zweifelsohne machen die Kleinen schon grosse Fortschritte. Sie bewegen sich nun auch etwas mehr innerhalb des Nestes umher; sei es um zu beobachten, in Ruhe ein Nickerchen zu machen oder - wie hier zu sehen - sich auszutesten.

 

 

Neue Videos

Heute haben wir zwei neue Videos: Eines von den Küken im Nest und eines von der liebevollen Fütterung durch die Mutter, welche im einer Art Tauziehen mit einem der Küken endet. Viel Spass beim Anschauen!

 

Jetzt heisst es wachsen... 

Bisher verläuft bei den Wanderfalken alles nach Plan - wir hoffen, dass es auch so bleibt! Wanderfalken sind, was das Aufziehen der Jungen betrifft, Super-Eltern. Während der gesamten Brutzeit finden sie genug Beute, um sich und die Jungen gut zu versorgen. Dies ist nicht bei allen Raubvögeln so. Viele Arten sind hier abhängig vom Futterangebot (z.B. Turmfalken auf Feldmäuse). Ist diese bestimmte Futterquelle nur eingeschränkt verfügbar, verzögert sich das Eierlegen, werden weniger Eier gelegt oder die Jungen sterben an Unterernährung. Wanderfalken fangen Vögel - hier von gibt es genug und darüebr hinaus sind Wanderfalken ausgezeichnete Jäger, die immer etwas erbeuten können.
Ein andere Faktor ist die Rolle des Männchens. Bei Sperber, Habicht und Turmfalke sorgt nur das Männchen während der Brutzeit und der "Kleinküken"-Phase für das Futter; erst wenn die Küken etwas grösser sind, jagt auch das Weibchen mit. Beim Wanderfalke beteiligt sich das Weibchen auch während der Brutzeit an der Jagd und fängt vergleichsweise grössere Beute als das Männchen. Oftmals bringen Wanderfalken sogar zuviel Beute und lagern diese dann ein.
Die Jungenbefinden sich nun in der Wachstumsphase. Sie beginnen mit einem Gewicht von 30-35g. In der ersten Woceh nimmt dieses it bis zu circa 20g am Tag zu. Die Küken haben dann noch ihren ersten Daunenflaum und können sich schlecht selbst warmhaltenn, wenn die Aussentemperatur zu kalt ist. Darum "brüten"die Eltern in den ersten Tagen noch weiter. Nach einer Woche wird dies schwieriger, denn die Jungen werden imemr grösser und es "passt" einfach nicht mehr so gut. Die Natur hat jedoch eine Lösung, denn das Federkleid der Jungen entwickelt sich weiter unf sie können sich dann selbst besser warm halten.
Mittlerweile ist auch sichtbar, dass die Augen der Jungen geöffnet sind. Im Video unten ist die Fütterung der drei Jugnen zu sehen - das sieht doch schon ganz gut aus!

 

Videos

 

 

Frisch geschlüpft

Am 25. April schien es schon deutlich, dass bald das erste/ die ersten Küken schlüpfen würden, denn das Weibchen hockte deutlich „höher“ auf den Eiern.

Mittlerweile sind bereits drei Küken geschlüpft und werden bereits mit Beutestückchen gefüttert. Im Moment sind sie allerdings noch wenig zu sehen, denn sie befinden sich noch geschützt unter den Eltern.

Interessant ist auch zu sehen, dass beide Falken – obwohl sie noch relativ jung sind – ein so starkes Band miteinander und zu ihren Jungen haben. Normalerweise lässt das Männchen das Weibchen in Ruhe, wenn es scheint, dass die Jungen schlüpfen – dieses Männchen jedoch kam mehrere Male ins Innere des Nistkastens, um alles mit zu bekommen. Jedoch hatte er zuerst keine Chance, erst als das erste Küken geschlüpft ist, hat er vor Neugier das Weibchen quasi „weggeschubst“, um bessere Sicht zu bekommen.

Es wird interessant zu sehen, wie die Elterntiere zusammen die Jungen versorgen und aufziehen, es werden bestimmt einige besondere Momente dabei sein.

 

Unerwünschter Besuch

Dass dieser Turm eine gute Brutstätte für Wanderfalken birgt, hat sich scheinbar schon rumgesprochen. So kommen von Zeit zu Zeit immer mal wieder unerwünschte Besucher vorbei, auf die unser Wanderfalkenpaar getrost verzichten könnte.

Sowohl das Männchen als auch das Weibchen wurden in den letzten Wochen regelmässig durch “fremde” Wanderfalken am Nistkasten besucht. So wurden sowohl ein Wanderfalke mit oranger Beringung als auch einer mit weisser Beringung gesichtet. Diese sogenannten “Floaters” sind auf der Suche nach einem eigenen Territorium mit geeignetem Brutplatz. So versuchen sie auch, bereits belegte Territorien zu übernehmen. Hierbei handelt es sich meist um Wanderfalken im zweiten oder dritten Kalenderjahr; vermutlich sind sie jedoch erst im vierten Kalenderjahr erfolgreich, was die Übernehme eines Territoriums betrifft. Aber auch jüngere Wanderfalken können für brütende Wanderfalken eine Bedrohung darstellen. Bei dieser Webcam konnten wir sehen, dass vor allem das Weibchen die weiblichen Eindringlinge verjagt; besuchende junge Männchen sieht sie weniger als Bedrohung als ihre Geschlechtsgenossinnen.

Das Männchen hat den weiblichen Eindringlingen wenig entgegenzusetzen und wählt zumeist die Flucht, wenn diese den Nistkasten aufsuchen. Aber letzte Woche ging auch das Männchen gegen ein fremdes Weibchen an, um sie zu einem schnellen Abzug zu „überreden“. Besuchende Männchen werden zumeist friedlich davon überzeugt, abzuziehen. So bewacht das Männchen auf eigene Weise den Brutplatz.

Es bleibt spannend – wird noch ein ernster Versuch stattfinden, das Weibchen und Männchen aus ihrem Territorium zu vertreiben oder bleibt es bei erfolglosen Versuchen? Und wird noch ein Wanderfalken im vierten Kalenderjahr einen Versuch wagen? Wir hoffen nicht.

 

Das Gelege ist vollständig, jetzt kann ausgebrütet werden

Das Weibchen hat Montagmorgen, am 28. März, das vierte Ei gelegt - also 56 Stunden nach dem dritten Ei. Neben dem Ausbrüten muss das Weibchen jedoch täglich auch ausreichend in Bewegung bleiben, andernfalls gehen seine Flugmuskeln in punkto Umfang und Kraft zurück. Sollte dies geschehen, würde das Wanderfalkenpaar anfälliger für Angriffe von Eindringlingen oder Fressfeinden.

Das Ausbrüten wird täglich für mehrere Stunden vom Männchen übernommen. Die Verteilung sieht in etwa so aus, dass das Weibchen 2/3 der Zeit ausbrütet und das Männchen den Rest der Zeit. Sind die Brutpausen, die sich zwischendurch beobachten lassen, für die Eier schädlich? Keinesfalls, vor allem zu Anfang ist das kein Problem. Der Embryo entwickelt sich erst, wenn das Ei regelmässig bebrütet wird. Zudem ist zuviel Wärme noch schlechter für den im Ei befindenden Embryo, als Kälte. Dadurch, dass erst mit dem vorletzten Ei richtig mit dem Ausbrüten begonnen wird, wird die Entwicklung der Embryos beinahe synchronisiert. Trotzdem sollten und werden einige Tage zwischen dem Schlüpfen des erstes und des letzten - in diesem Fall dem vierten - Ei bzw. Küken vergehen.

Die vier rot-braunen Eier, welche ein durchschnittliches Gewicht von 45 g auf die Waage bringen, liegen in der Nistmulde zwischen Kies und werden von beiden Elterntieren regelmässig weiter bebrütet. Der Kies simuliert die natürlichen Gegebenheiten und sorgt dafür, dass die Eier nicht wegrollen können, zum Beispiel in die Ecke des Nistkastens. Das Schlüpfen der Küken findet ungefähr nach einer durchschnittlichen Brutzeit von 38 Tagen statt. Gehen wir danach, könnten wir am 28. April bereits die Küken erwarten. Danach geht es dann für die Eltern richtig rund, denn vier Küken möchten natürlich auch gut versorgt werden.

 

"Ostereier"

Wie auch beim Storchenpaar ging es beim Wanderfalken-Paar am Osterwochenende um Eier! Für die Zuschauer der Webcam gab es also noch eine ganz andere Eiersuche.

So wurden beim Wanderfalkenpaar sowohl das dritte als auch das vierte Ei gelegt.

Das dritte Ei wurde am 26. März 2016 gegen 1:00 Uhr nachts gesichtet, während das Vierte zwei Tage später am 28. März 2016 um 9:00 Uhr gelegt wurde. So konnte man, als sich das Elterntier erhoben hat, kurz alle vier braunroten Eier erblicken. Ob es noch weiter geht?

 

 

Alles über das Eierlegen

Wann “wissen” die Falken, wann es mit der Brutsaison losgehen muss?

Die Reproduktion bei Vögeln ist abhängig von den Faktoren Klima, das Risiko zur Beute zu fallen, soziale Interaktion, Verfügbarkeit von Nistplatz, und Nahrungsangebot. Interne körperliche Entwicklungen in Kombination mit externen Faktoren stimulieren die Entwicklung der Geschlechtsorgane.

Wann stoppt das Eierlegen?

Das Legen der Eier stoppt, wenn das Gelege komplettiert ist, meistens zwischen drei und fünf Eiern. Manchmal stoppt der Vorgang auch in einem früheren Stadium, zum Beispiel durch Stress. Ein Beispiel hierfür ist der Stress, der durch ernsthaften territorialen Konflikten verursacht wird. Unter Einfluss von Stress wird dann das Hormon Kortisol produziert, dessen Konzentration im Körper des Vogels ansteigt. Dies wiederum verursacht, dass die Reproduktionsorgane wieder in ihren ursprünglichen Zustand – vor dem Eierlegen – zurückkehren. Das Eierlegen wird so vor Brutsaisonende gestoppt.

Wie entwickelt sich das Ei, bevor es den Körper des Weibchens verlässt?

Die Eizelle hat einiges vor sich, bevor sie im Endstadium als Ei mit einer festen Schale gelegt werden kann. Der Legedarm, welcher sich je nach Befruchtbarkeit des Vogels während der Legepersiode vergrösstert, besteht aus fünf verschiedenen Abschnitten:

• 1. Infundibulum

• 2. Magnum

• 3. Isthmus

• 4. Uterus

• 5. Vagina

Im ersten Abschnitt des Legedarms, dem (1) Infundibulum ( “Trichter“), findet die Befruchtung statt. Im (2) Magnum werden Stoffe, wie Eisweiss und Wasser, hinzugefügt. Im (3) Isthmus beginnt das Ausbilden der Schale mit Bildung der Schalenhaut, während diese im (4) Uterus mit Bildung der Kalkschale weiter komplettiert wird. In der (5) Vagina/ Kloake wird schlussendlich das Eioberhäutchen produziert. Dort kann das Ei eine längere Zeit verbleiben – bei Raubvögeln i.d.R. zwischen 36 und 72 Stunden.

Was geschieht mit den Eiern, wenn diese den Körper nicht zeitig verlassen?

Wenn die Ovulation/ der Eisprung plötzlich stoppt, zum Beispiel durch Stress oder ein Trauma, werden die entwickelten Eizellen hämorrhagisch/ blutend. Dies resultiert darin, dass die entwickelten Eizellen zurückgehen und Eierproduktion stoppt. Ein bereits vollständig entwickeltes Ei, welches sich in der Vagina/ Kloake betindet, wird in der Regel den Körper auf dem normalen Wege verlassen.

Wie brüten die Falken? Können die Eier auskühlen, wenn sie nicht bebrütet werden?

Das Brüten beginnt i.d.R. nach dem Legen des vorletzten Eis.

Die Körpertemperatur von Vögeln liegt bei 40 Grad Celcius. Damit der Embryo sich normal entwickeln kann, muss er über längere Zeit auf einer Temperatur von 37 bis 38 Grad Celcius gehalten werden. Um die Temperatur gleichmässig bzw. konstant zu halten, sitzt der Wanderfalke auf den Eiern und brütet diese mit einem speziellen Teil des Körpers, dem Brutfleck, aus. Die Eltern können die Temperatur der Eier mit Rezeptoren, welche im Brutfleck angesiedelt sind, wahrnehmen und ihr Brutverhalten entsprechend anpassen. So können sie die Länge des ununterbrochenen Ausbrütens anpassen oder auch etwas tiefer/ höher auf den Eiern sitzen. Die Umgebung ist hier auch von Belang: Steine, wie sie im Wanderfalkennest liegen, halten lange Wärme fest und strahlen diese auch wieder in Richtung der Eier aus. Höhere Temperaturen sind schädlich bis tödlich, vor allem in den ersten 48 bis 72 Stunden. Dann weisen die Embryos nämlich eine hohe Wärmeempfindlichkeit auf (im Gegensatz zur Kälteempfindlichkeit). Die Wärmeempfindlichkeit des Embryos sorgt auch dafür, dass das Ei auch von zu intensiver Sonneneinstrahlung, z.B. während der Mittagszeit, geschützt werden muss. Kälte kann von dem Embryos besser vertragen werden, vor allem vor dem Ausbrüten. Wird das Ausbrüten unterbrochen, kühlen sie etwas ab, aber dies ist nicht schlimm. denn hier wird lediglich der Metabolismus etwas verlangsamt. Auch schlechtere Wetterumstände wie Regen und Schnee machen den Eiern nicht viel aus, auch nicht, wenn sie 15 bis 60 Minuten unbebrütet bleiben. So werden die Eier des Öfteren allein geleassen, wenn die Eltern ausserhalb des Nistkastens fressen – jedoch wird das Abwechseln zwischen Männchen und Weibchen im Laufe der Brutsaison immer schneller von statten gehen. Das eine Elterntier setzt sich dann vorsichtig auf die Eier, während das Andere sich auf die Jagd nach Nahrung begibt oder sich an den Resten der vorherigen Mahlzeit labt. 

 

Das zweite Ei ist da

Gestern abend zwischen circa 20:30 Uhr bis 20:45 Uhr wurde das zweite Ei gelegt und gesichtet! 

zweites Ei Screenshot

 

Das erste Ei ist da

Das erste Ei wurde gesichtet. Somit können wir sicher sein, dass alles gut verläuft und dass dieses Wanderfalken-Paar sich nur ein wenig mehr Zeit gelassen hat. Wie viele Eier wohl folgen werden? Hier ein kleiner Mitschnitt von 5 Minuten Länge, der sowohl beide Elterntiere als auch das Ei zeigt.

 

Territoriumsstreit

Bei unterschiedlichen Brutplätzen sind nun regelmässig verschiedene Weibchen zu sehen und teilweise wird hier dann auch deutlich untereinander gestritten. Es dreht sich hier zumeist um junge Vögel von zwei bis drei Jahren, die mit ihrem Partner auf der Suche nach einem Brutplatz sind. Auf Basis der Lesung der Beringungen geht hervor, dass häufig mehrere Falkenweibchen anzutreffen sind, meistens vier bis sechs. "Territoriumssucher" leben in der Regel in einem Bereich von durchschnittlich 25 bis 30 km, in welchem sie jedes Brutpaar lokalisieren und regelmässig kontrollieren, wie die Konkurrenzverhältnisse liegen.Bei den Männchen scheint es anders vor sich zu gehen, aber es ist noch nicht deutlich, wie genau. Meistens laufen die Erkundungsflüge friendlich ab, aber wenn der Eindringling die Chance erkennt, das Territorium zu übernehmen, können ernsthafte Kämpfe entstehen. Rund um die Zeit des Eierlegens und des Brütens nimmt die Stärke der Auseinandersetzungen zu, da das Brutpaar seine Aufmerksamkeit zwischen der Verteidigung des Territoriums und der Versorgung der Eier oder Jungvögel aufteilen muss. Wenn es einem Eindringling gelingt, um einen Brutplatz einzunehmen, hat sie die Chance, um ihre Gene zu verbreiten. Später in der Saison, wenn keine Chance mehr besteht, um erfolgreich zu brüten, hören die Erkundungsflüge zur Territoriumsübernahme wieder auf.

 

Arbeitsteilung

Viele Wanderfalken haben schon mit dem Eierlegen begonnen; die ersten Paare beginnen hiermit meistens Anfang März. Jedoch kostet dies viel Energie, weshalb die Rolle der Falkenmännchens in dieser Zeit von grosser Wichtigkeit ist.

In den Wochen vor dem Legen der Eier bringt das Männchen regelmässig Beute an den Nistplatz. In dieser Zeit begibt sich auch das Weibchen auf die Jagd, aber umso näher der Zeitpunkt des Geleges rückt, umso passiver wird sie bezüglich der Jagd. Der Grossteil der Energie geht jetzt in die Eierproduktion. Generell wird meist alle zwei Tage ein Ei gelegt; meistens bis zu vier Stück insgesamt.

Das Falkenweibchen beginnt nicht direkt mit dem Ausbrüten, sobald das erste Ei gelegt ist. Allerdings legt sie sich immer öfter auf die Eier – richtig gebrütet wird aber erst, wenn das zweite oder dritte Ei gelegt wird. Wenn das Ausbrüten „richtig“ beginnt, beteiligt sich beim Wanderfalken – im Gegensatz zu anderen Raubvögeln - auch das Männchen daran. Vor allem über Tag nimmt das Männchen oftmals die Hälfte der Brutzeit auf die eigene Kappe. Nachts brütet das Weibchen.

Sobald alle Eier gelegt sind und das Männchen sich am Ausbrüten beteiligt, geht das Weibchen wieder mehr auf die Jagd nach Nahrung. Sie kann nun grössere Beutestücke als das Männchen erjagen und dementsprechend viel zum Nistplatz zurückbringen.

Balz und Paarung

Im Moment ist es rund um den Turm noch ruhig, aber das Paar ist bereits einige Wochen mit der Balz und Paarung beschäftigt. Am Anfang war es noch nicht ganz einfach – das Weibachen hat zwar Annäherung gesucht, aber das Männchen war noch nicht ganz „bereit“. Diese Situation kann auch gefährlich sein, denn wenn es nicht richtig „klickt“, kann es auch passieren, dass das Weibchen das Männchen attackiert. Das Männchen bringt dann in der folgenden Zeit immer mehr Beute und versucht, sie für sich zu gewinnen. Das weibchen hat auch viel Nahrung nötig, weil sie muss sich im Top-Zustand befinden, um die Eier legen zu können. Die Übergabe der Beute vermindert das aggressive Verhalten des Weibchens und stärkt das Band zwischen den Partnern, sodass die ersten Paarungsversuche stattfinden können. Diese Kopulationen dauern nur wenige Sekunden und finden mehrmals am Tag statt – bis das letzte Ei gelegt wurde. Sobald das Weibchen länger im Nistkasten verweilt, wird es spannend, denn dann dauert es nicht mehr lange, bis das erste Ei gelegt wird.

Endlich live

Nach monatelangen Vorbereitungen sind endlich die Webcams live geschaltet. In den vergangenen vier Monaten wurden Nistkasten und Kameras an der alten Stelle entfernt und zu einem späteren Zeitpunkt wieder an einer geeigneten Stelle auf einem Telekommunikationsturm wieder installiert. Bei der Installation wurde darauf geachtet, dass sich Wanderfalken in der Nähe aufhalten – so wurde ein Grossteil der Arbeit in der Nacht verrichtet. Wie man sehen kann, haben die Falken die neue Nistgelegenheit bereits entdeckt. Insgesamt sind vier Kameras installiert, die die Brutzeit festhalten. Zwei davon können Sie per Webcam verfolgen: - Kamera 1 ist die Aussenkamera, die vor bzw. neben des Nistkastens installiert ist. - Kamera 2 ist die Nistkastenkamera, welche nicht im Dach des Kastens, sondern an der Seite installiert wurde. Für die Geräuschaufnahmen wurden hinter dem Nistkasten zwei Mikrofone installiert. Auf einer Höhe von 125 Metern weht es immer – so sind neben den Geräuschen der Falken auch immer andere Geräusche wahrnehmbar.

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